US-Präsident Donald Trump ist offenbar unzufrieden mit dem jüngsten Vorschlag des Iran, wie mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Quellen berichten. Trump hatte sich laut der New York Times am Montag mit Beratern getroffen, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghtschi den Vorschlag am Sonntag in Pakistan übermittelt hatte.
Hochrangige iranische Beamte erklärten gegenüber Reuters, dass der Vorschlag stufenweise Gespräche vorsehe. Zunächst solle ein Ende der Kampfhandlungen erreicht werden, mit Garantien, dass die USA sie nicht wieder aufnehmen. Anschließend müssten die Verhandler eine Einigung über die Schifffahrt in der Region erzielen, inklusive der US-Blockade iranischer Häfen.
Erst dann sollen andere Themen verhandelt werden, darunter das iranische Atomprogramm, eine der zentralen Streitfragen bei den Gesprächen. Der Iran strebt laut Reuters weiterhin eine Anerkennung seines Rechts auf Urananreicherung durch die USA an.
Rubio: Straße von Hormus als „wirtschaftliche Atomwaffe“
Der US-Außenminister Marco Rubio erklärte in einem Interview mit Fox News, er wolle „nicht über die Entscheidungsfindung des Präsidenten in dieser Angelegenheit spekulieren“. Jedoch sei „die Atomfrage der eigentliche Grund für diese Situation“. Die iranische Führung strebe danach, ihren Einfluss auszuweiten, weshalb der Besitz von Atomwaffen verhindert werden müsse.
Er verwies dabei auch auf die Straße von Hormus. Die Meerenge sei „im Grunde gleichbedeutend mit einer wirtschaftlichen Atomwaffe, die sie gegen die Welt einsetzen wollen, und sie prahlen damit“. Er fügte hinzu: „Stellen Sie sich vor, dieselben Leute hätten Zugang zu einer Atomwaffe.“
Iranischer Außenminister reiste nach Russland
Der US-Präsident hatte in der vergangenen Woche bereits einen anderen iranischen Vorschlag abgelehnt und einen für vergangenes Wochenende geplanten Besuch des Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad abgesagt, wie die New York Times berichtet.
Araghtschi reiste dort am Wochenende laut Reuters zweimal ein und aus, zudem besuchte er den Oman und reiste anschließend nach Russland, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Dieser erklärte, Moskau werde alles tun, „um sicherzustellen, dass der Frieden so schnell wie möglich erreicht wird“.
Ölpreise weiterhin hoch
Angesichts stockender Bemühungen für ein Kriegsende setzten die Ölpreise ihren Aufwärtstrend am frühen Dienstagmorgen fort. Die Futures für Rohöl der Sorte Brent für Juni stiegen laut Reuters um 0,4 Prozent auf 108,68 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI legte um 0,6 Prozent auf 96,96 Dollar zu.
„Für Ölhändler zählt nicht mehr die Rhetorik, sondern der tatsächliche physische Fluss von Rohöl durch die Straße von Hormus, und dieser Fluss ist derzeit weiterhin eingeschränkt“, sagte Fawad Razaqzada, Marktanalyst bei den Finanzdienstleistern City Index und FOREX.com, laut Reuters.
Kpler-Daten und Satellitenanalysen des Unternehmens SynMax zeigten dem Bericht zufolge, dass in 24 Stunden nur sieben Schiffe die Meerenge passierten – verglichen mit den üblichen 125 bis 140 täglichen Durchfahrten. Aus Schiffverfolgungsdaten ging laut Reuters zudem hervor, dass mindestens sechs mit iranischem Öl beladene Tanker wegen der US-Blockade umkehren mussten.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bezeichnete die Festsetzung von Tankern mit Verbindungen zum Iran durch die USA auf X als „Piraterie und bewaffnetem Raub auf hoher See“.

