US-Präsident Donald Trump hat sich optimistisch über eine zeitnahe Einigung mit dem Iran gezeigt. „Wir werden sehen, was passiert. Aber ich denke, wir sind kurz davor, ein Abkommen mit dem Iran zu erzielen“, sagte er laut Reuters zu Journalisten vor dem Weißen Haus. Der Krieg „sollte ziemlich bald beendet sein“, fügte er einige Stunden später hinzu.
Er sagte weiterhin, dass weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA bereits am Wochenende stattfinden könnten. Trump erklärte, dass eine Verlängerung der Waffenruhe eine Option sei, jedoch möglicherweise unnötig, da der Iran ein Abkommen wolle.
Aussicht auf Verhandlungen: Ölpreise sinken leicht
Er behauptete laut Bloomberg, dass der Iran Bedingungen zugestimmt habe, die er lange abgelehnt habe – unter anderem ein Verzicht auf Atomwaffenpläne und die Übergabe von Atommaterial. Ein Abkommen würde „kostenloses Öl“ und die Öffnung der Straße von Hormus beinhalten, so Trump. Teheran hat diese Aussagen bisher jedoch nicht öffentlich bestätigt.
Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent fiel laut Reuters am frühen Freitagmorgen auf rund 98 US-Dollar pro Barrel, ein Rückgang von 1,34 US-Dollar. Die Sorte WTI gab um 1,65 US-Dollar auf 93,40 US-Dollar nach. Jedoch liegen die realen Ölpreise für kurzfristige Angebote laut Bloomberg deutlich über den Terminkursen. Dated Brent, der weltweit wichtigste Indikator für physische Ölpreise, liegt dem Bericht zufolge bei etwa 116 US-Dollar pro Barrel.
Eine pakistanische Quelle erklärte gegenüber Reuters, dass es Fortschritte bei Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran gegeben habe. Beide Seiten könnten demnach zunächst eine Absichtserklärung unterzeichnen, gefolgt von einer umfassenderen Vereinbarung. Eine weitere Quelle gab dem Bericht zufolge an, der pakistanische Armeechef Asim Munir habe bei Gesprächen in Teheran in „heiklen Fragen“ einen Durchbruch erzielt.
Während Trump eine schnelle Lösung erwartet, rechnen Vertreter aus Golfstaaten und Europa laut Bloomberg mit einer Verhandlungsdauer von etwa sechs Monaten und plädieren für eine entsprechende Verlängerung der Waffenruhe.
Waffenruhe zwischen Israel und Libanon
Am Donnerstagabend trat zudem eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft. Trump erklärte, er habe zuvor mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun gesprochen und wolle sie zu „sinnvollen Gesprächen“ ins Weiße Haus einladen.
Die libanesische Armee meldete laut Reuters bereits am Freitagmorgen israelische Verstöße gegen die Waffenruhe durch Beschuss mehrerer südlibanesischer Dörfer.
Der hochrangige Hisbollah-Vertreter Bilal Lakkiss erklärte gegenüber NBC News vor Beginn der Waffenruhe, diese sei „dringend notwendig“. Israels Forderung nach einer Entwaffnung werde man jedoch nur „im Rahmen einer umfassenderen nationalen Sicherheitsvision“ nachkommen.

