Spannungen mit Teheran

Trump: „Armada“ in Richtung Iran unterwegs

Zahlreiche amerikanische Militärschiffe befinden sich laut US-Präsident Trump aktuell auf dem Weg in Richtung Iran. Ein iranischer General spricht warnende Worte.

Das Angriffsschiff USS Kearsarge und der Lenkraketenzerstörer der Arleigh Burke-Klasse USS Bainbridge als Teil der USS Abraham Lincoln Flugzeugträger-Kampfgruppe im Jahr 2019
Das Angriffsschiff USS Kearsarge und der Lenkraketenzerstörer der Arleigh Burke-Klasse USS Bainbridge als Teil der USS Abraham Lincoln Flugzeugträger-Kampfgruppe im Jahr 2019Brian M. Wilbur/U.S. Navy/AP

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag angekündigt, dass die Vereinigten Staaten eine „Armada“ in Richtung Iran entsendet haben. Er hoffe jedoch, sie nicht einsetzen zu müssen. Gleichzeitig warnte er Teheran erneut davor, Demonstranten zu töten oder sein Atomprogramm wieder aufzunehmen.

US-Beamte berichteten gegenüber Nachrichtenagentur Reuters, dass der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und mehrere Lenkwaffenzerstörer in den kommenden Tagen im Nahen Osten eintreffen werden. Ein Beamter erklärte dem Bericht zufolge, dass auch zusätzliche Luftabwehrsysteme für den Nahen Osten geprüft würden, die entscheidend sein könnten, um US-Stützpunkte vor möglichen iranischen Angriffen zu schützen.

„Wir haben viele Schiffe, die in diese Richtung unterwegs sind, nur für den Fall … Ich würde lieber sehen, dass nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau“, sagte Trump Reportern an Bord der Air Force One auf dem Rückflug in die USA, nachdem er in Davos, Schweiz, mit Weltführern gesprochen hatte. An einer anderen Stelle sagte er: „Wir haben eine Armada … in diese Richtung unterwegs, und vielleicht müssen wir sie nicht einsetzen.“

Die Kriegsschiffe verließen letzte Woche den Asien-Pazifik-Raum, während die Spannungen zwischen Iran und den USA nach dem harten Vorgehen gegen Demonstranten im Iran in den letzten Monaten stark anstiegen.

Die Truppenverlegungen dürften die Optionen für Trump in der Region erweitern, sowohl zur besseren Verteidigung der US-Streitkräfte, als auch für mögliche zusätzliche militärische Maßnahmen nach Angriffen auf iranische Nuklearanlagen im Juni.

Revolutionsgarden haben „den Finger am Abzug“

Zuvor hatte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden die USA und Israel vor „Fehlkalkulationen“ und folgenschweren Konsequenzen eines Angriffs auf sein Land gewarnt. Die Revolutionsgarden hätten „den Finger am Abzug“, erklärte der General Mohammed Pakpur. Er warnte die USA und Israel davor, falsche Schlüsse aus „historischen Erfahrungen“ und dem Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Juni zu ziehen, „damit sie kein noch schmerzlicheres und bedauerlicheres Schicksal ereilt“.

Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg eingegriffen. Trump drohte seitdem mehrfach mit einem erneuten militärischen Einsatz im Iran, zuletzt während der Niederschlagung der Massenproteste vor gut zwei Wochen.

Die Proteste hatten sich Ende Dezember am Zorn über die schlechte Wirtschaftslage im Iran entzündet, weiteten sich aber rasch zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Die iranischen Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen die Protestbewegung vor. Nach Angaben der iranischen Behörden wurden insgesamt 3117 Menschen getötet. Menschenrechtsorganisationen gehen von einer weitaus höheren Zahl von Todesopfern aus. (mit AFP)