Im Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Freitag 13 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet worden. Die israelische Armee teilte laut der Jerusalem Post mit, sie habe mehrere Hisbollah-Kämpfer getötet und rund 50 Ziele der proiranischen Miliz angegriffen oder zerstört, darunter Kommandozentralen und weitere militärische Einrichtungen.
13 Tote in mehreren Ortschaften
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, starben nach Darstellung des Gesundheitsministeriums acht Menschen bei Angriffen im Ort Habbusch, unter ihnen ein Kind und zwei Frauen, 21 weitere wurden verletzt. In Zrarije seien vier Menschen getötet worden, in Ain Baal nahe der Küstenstadt Tyrus eine weitere Person.
Die israelische Armee hatte zuvor über ihren arabischsprachigen Sprecher Avichay Adraee die Bewohner mehrerer Ortschaften zum Verlassen der Orte aufgefordert, darunter Habbusch. Die Menschen sollten sich mindestens einen Kilometer von den genannten Orten entfernen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, israelische Kampfflugzeuge hätten weniger als eine Stunde nach der Warnung schwere Angriffe geflogen.
Raketen und Drohnen aus dem Libanon
Die israelische Armee begründete das Vorgehen mit Verstößen der Hisbollah gegen die Waffenruhe vom 17. April. Nach Angaben der Jerusalem Post feuerte die Miliz am Freitag mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Südlibanon, die in offenem Gelände einschlugen. Bei einem Drohnenangriff in Misgav Am im Norden Israels wurden zwei Menschen leicht verletzt, ein Fahrzeug wurde zerstört.
Laut libanesischem Gesundheitsministerium sind seit dem 2. März mehr als 2600 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden, darunter 103 Rettungskräfte und Sanitäter. Die Vereinbarung vom April erlaubt Israel laut Arab News Einsätze gegen geplante, bevorstehende oder laufende Angriffe. Israelische Soldaten operieren entlang einer rund zehn Kilometer tief im libanesischen Grenzgebiet verlaufenden Linie und sprengen dort nach Angaben der NNA Gebäude, Geschäfte und Straßen.
China fordert Verbleib der Uno-Friedensmission
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt forderte Chinas Uno-Botschafter Fu Cong nach einem Bericht von Al Jazeera, den Beschluss des Uno-Sicherheitsrats zum Abzug der Uno-Friedenstruppe Unifil aus dem Libanon zu überdenken. Im Libanon herrsche derzeit kein echter Waffenstillstand, sagte Fu vor Journalisten am Uno-Hauptquartier in New York.
Der Sicherheitsrat hatte im Vorjahr einstimmig beschlossen, das Mandat der rund 10.800 Blauhelme bis Ende 2026 letztmalig zu verlängern und danach den Abzug einzuleiten. Die Mission war 1978 eingerichtet worden, um den Abzug israelischer Truppen aus dem Libanon zu überwachen.


