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Trotz Iran-Waffenruhe: Preis für Diesel weiter auf Rekordhoch

Auch die Waffenruhe im Iran kann den Preisanstieg an deutschen Zapfsäulen nicht sofort aufhalten. Prognosen von ADAC und Co. sorgen jedoch für Hoffnung.

Mittägliche Preiserhöhungen an den Tankstellen sind bundesweit vorerst weiterhin zu erwarten.
Mittägliche Preiserhöhungen an den Tankstellen sind bundesweit vorerst weiterhin zu erwarten.Sebastian Kahnert/dpa

Der Ölpreis ist am Mittwoch nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg zwar gefallen, an den Zapfsäulen kommt die Preissenkung aber noch nicht an. Viele deutsche Tankstellen erhöhten auch am Mittwoch um 12 Uhr wieder die Preise.

Allerdings deuten die jüngsten Daten in Richtung Entspannung: Der Preisanstieg am Mittwochmittag war laut ADAC der niedrigste seit Einführung der 12-Uhr-Regel vor einer Woche. E10 verteuerte sich um 5,7 Cent auf 2,208 Euro pro Liter, Diesel um 5,3 Cent auf 2,471 Euro. Vergangene Woche hatten die Preissprünge teilweise mehr als 10 Cent betragen. Auch die Durchschnittspreise lagen um 12.15 Uhr niedriger als am Vortag. Zwischenzeitlich hatte Diesel am Dienstag erstmals die 2,50-Euro-Marke im Durchschnitt überschritten.

Der ADAC forderte, dass der gesunkene Ölpreis „zügig an die Verbraucher weitergegeben werden“ muss. In Frankreich schätzte der Vorsitzende der Ölindustrieunion, Olivier Gantois, dass die Spritpreise um 5 bis 10 Cent pro Liter sinken könnten, falls der Ölpreis bei etwa 93 bis 95 Dollar bleibt.

Situation in Nahost bleibt ungewiss

Hintergrund ist die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Seit Kriegsbeginn war der Ölpreis von rund 72 US-Dollar am 27. Februar auf zwischenzeitlich mehr als 120 US-Dollar gestiegen. Trump verkündete am Dienstagabend eine „beidseitige Waffenruhe“, der Iran erklärte sich bereit, die Meerenge wieder zu öffnen.

Die Bundesregierung dämpft dennoch die Erwartungen. Der Friedensprozess sei „mit großen Unsicherheiten behaftet“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. Die Ölpreise sind auf rund 92 US-Dollar pro Barrel gefallen – am Dienstag waren es noch 105 US-Dollar. Hille machte deutlich, dass die Wiedereröffnung der Meerenge Zeit brauche – auch weil der Iran weiterhin Passagegebühren verlangen wolle.

Das Bundeskartellamt hat derweil wegen erster Verstöße gegen die neue Spritpreisregel Ermittlungen eingeleitet. Es handele sich vor allem um Uhrzeitverstöße durch „Anpassungsschwierigkeiten technischer Art“, bestätigte ein Sprecher gegenüber der Bild. Weitergehende Maßnahmen wie Steuersenkungen oder einen Preisdeckel hat die Bundesregierung vorerst ausgeschlossen.