Nach dem Missbrauchsskandal an einem Erfurter Gymnasium hat der Schulleiter sein Posten aufgegeben. Laut dem thüringischen Bildungsministerium stellt er sein Amt ab 1. Dezember zur Verfügung. Gegen ihn war bereits ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Die Schülerin hatte sich dem Schulleiter anvertraut - dieser soll jedoch nicht reagiert haben, wie der mdr zuvor berichtete.
Das Landgericht Erfurt hatte Ende Oktober einen 63-jährigen Lehrer der Schule wegen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er soll sich über Jahre hinweg an einer Schülerin vergangen haben. Das Urteil ist seit Mittwoch rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat die angekündigte Revision zurückgenommen. Zuvor hatte bereits der Lehrer auf Rechtsmittel verzichtet.
Der Vorsitzende Richter kritisierte angesichts der Dimension des Skandals die Schule ungewöhnlich scharf.
Während des Prozesses war bekannt geworden, dass sich die missbrauchte Schülerin dem Schulleiter anvertraut hatte, offenbar jedoch keine Hilfe erhielt. Das Mädchen soll sich dann an einen damaligen Vertrauenslehrer der Schule gewandt haben. Doch auch dieser Mann soll das Opfer sexuell belästigt haben. Inzwischen wurde der Vertrauenslehrer wegen sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung anderer Schülerinnen ebenfalls angeklagt.


