Chinas Außenminister Wang Yi hat in separaten Telefonaten mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU) und der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas Bemühungen für eine Waffenruhe im Iran-Krieg gefordert. Er appellierte, sich gemeinsam für ein rasches Ende des Krieges einzusetzen, wie aus Erklärungen des chinesischen Außenministeriums hervorging.
„Ein Waffenstillstand ist die grundlegende Lösung für eine sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus“, sagte Wang Yi demnach zu Kallas. „Alle Parteien sollten sich bemühen, einen breiteren Konsens zu diesem Zweck zu erzielen.“ Kallas erklärte in einem Beitrag auf X, die EU unterstütze „alle diplomatischen Bemühungen, dies zu erreichen“.
40 Länder beraten über Öffnung der Straße von Hormus
China hatte zuvor verkündet, sich im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gemeinsam mit Pakistan für eine „5-Punkte-Initiative“ einzusetzen. Diese sieht unter anderem eine Waffenruhe, den Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur sowie eine Öffnung der Straße von Hormus vor.
Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums begrüßte Wadephul die chinesisch-pakistanische Initiative. „Als verantwortungsbewusste Großmächte sollten China und Deutschland eine objektive und faire Haltung einnehmen“ und sich für Friedensbemühungen einsetzen, sagte Wang Yi der Erklärung zufolge.
Das Auswärtige Amt erklärte auf X, China könne bezüglich einer Verhandlungslösung und einem Stopp der Angriffe auf Golfstaaten „konstruktiv auf Iran einwirken“.
Eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus war am Donnerstag auch zentrales Thema einer von Großbritannien ausgerichteten Telefonkonferenz mit Beteiligung von rund 40 Ländern. Man habe dabei „diplomatische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Maßnahmen zur Wiederherstellung der sicheren Durchfahrt geprüft“, erklärte Kallas dazu auf X.
Die Meerenge ist eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas. Seit Kriegsbeginn ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt. Schiffe aus einigen Ländern, darunter Indien und Pakistan, konnten die Straße von Hormus jedoch passieren. Auch der russische Präsidentenberater Juri Uschakow erklärte am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Interfax, die Meerenge sei „für uns offen“, ohne weitere Details zu nennen.


