Verhandlungsrunde

Tarifkonflikt bei der Bahn: Scheitern die Gespräche, drohen Bahnstreiks ab März

Die Deutsche Bahn und die GDL starten letzte Tarifverhandlungen vor Ablauf der Friedenspflicht. Können die Streiks noch abgewendet werden?

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gehen in die letzte Verhandlungsrunde vor dem Ende der Friedenspflicht.
Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gehen in die letzte Verhandlungsrunde vor dem Ende der Friedenspflicht.Carsten Koall/dpa

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kommen heute zu einer entscheidenden Verhandlungsrunde zusammen. Es ist das letzte Gespräch, bevor die derzeit noch geltende Friedenspflicht ausläuft – jene Phase, in der Streiks tarifvertraglich ausgeschlossen sind.

Sollten sich beide Seiten in dieser Woche nicht einigen können, sind ab März Arbeitskämpfe möglich, die den Bahnverkehr in ganz Deutschland lahmlegen könnten. Fahrgäste müssten sich dann auf erhebliche Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr einstellen.

Gewerkschaft will 8 Prozent mehr Lohn

Die GDL geht mit klaren Forderungen in die Gespräche: Insgesamt verlangt die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung von 8 Prozent für die Beschäftigten. Davon sollen 3,8 Prozent als unmittelbare Entgelterhöhung ausgezahlt werden. Den übrigen Teil will die GDL über strukturelle Veränderungen im bestehenden Tarifsystem umsetzen – unter anderem durch die Einführung einer zusätzlichen Tarifstufe, die den Beschäftigten langfristig höhere Einkommen ermöglichen soll.

Die Verhandlungen gelten als schwierig. Beide Parteien stehen unter erheblichem Druck: Die Deutsche Bahn kämpft mit finanziellen Belastungen und Infrastrukturproblemen, während die GDL angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten auf einen spürbaren Reallohnzuwachs für ihre Mitglieder pocht.