Sanierung Hamburg-Berlin

Fünf Länder stellen Ultimatum an Deutsche Bahn: Die weist die Kritik zurück

Mit einem Brief an die Bahn-Chefin machen die Chefs der nord- und ostdeutschen Bundesländer jetzt Druck: Sie wollen einen raschen Zeitplan sehen.

Zugreisende warten im Berliner Hauptbahnhof auf einen ICE.
Zugreisende warten im Berliner Hauptbahnhof auf einen ICE.Carsten Koall/dpa

Angesichts der Verzögerung bei der Streckensanierung zwischen Berlin und Hamburg haben fünf Bundesländer einen Brief an die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla geschrieben. Die Regierungschefs aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein kritisieren, dass die Bahn über eine Verlängerung der Bauarbeiten entschieden habe, ohne die Länder vorher umfassend zu informieren und ohne abgestimmten, verlässlichen Zeitplan.

Weiter stellten die Landeschefs ein klares Ultimatum: „Wir erwarten eine Klärung und Ihre Antwort zu einem konkreten Maßnahmen- und Zeitplan bis zum 2. März 2026“, heißt es in dem Brief an Bahn-Chefin Evelyn Palla, der der dpa vorliegt.

Am Mittwoch wies die Bahn die seitens der Landeschefs geäußerten Vorwürfe in einer Pressemitteilung scharf zurück. Die Länder seien am Montagnachmittag noch vor der Presse informiert worden.

Wintereinbruch: Sanierung seit Dezember teils nicht möglich

Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Seit Dezember könnten einige Arbeiten nicht durchgeführt werden, Grund ist der gefrorene Boden aber auch vereiste Kabelkanäle. 

Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von „wenigen Wochen, nicht von Monaten“. Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei „umgehend“ informiert worden.

Seit dem Beginn der Generalsanierung sind die Fahrgäste des Fernverkehrs mehr als zweieinhalb Stunden unterwegs – etwa eine Dreiviertelstunde länger als vor der Sperrung ab August 2025. Auch Fahrgäste des Regionalverkehrs trifft die Sperrung massiv. Die Orte Wittenberge, Neustadt (Dosse), Nauen, Falkensee und weitere sind auf unbestimmte Zeit nur mit Busfahrten erreichbar.

Die Regierungschefs erwarten, dass die Bahn alle Ressourcen zur Fertigstellung der Steckensanierung bündelt und einen stabilen neuen Terminplan vorlegt, wie sie in ihrem gemeinsamen Brief schreiben. Dies müsse in enger Abstimmung mit den betroffenen Ländern, den betroffenen Kommunen und den Verkehrsunternehmen erfolgen.

„Dieser Terminplan ist unverzüglich vorzulegen und fortlaufend zu kommunizieren.“ Zudem müsse die Bahn den weiteren Ersatzverkehr sicherstellen und alle Mehrkosten übernehmen. Die zusätzlichen finanziellen Lasten dürften nicht den Ländern, Kommunen oder Fahrgästen auferlegt werden.