Japans Premierministerin Sanae Takaichi hat den Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, bei einem Treffen in Tokio am Mittwoch um die Vorbereitung einer weiteren koordinierten Freigabe von Ölreserven gebeten. Hintergrund ist die anhaltende Krise im Nahen Osten, die den globalen Ölmarkt unter Druck setzt.
„Für den Fall, dass sich die Lage weiter hinzieht, habe ich darum gebeten, Vorbereitungen für eine zusätzliche koordinierte Freigabe zu treffen“, schrieb Takaichi nach dem Treffen in einem Beitrag auf der Plattform X. „Wir werden weiterhin eng mit der IEA zusammenarbeiten.“
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl, ist aufgrund des Iran-Kriegs stark eingeschränkt. Als Folge stiegen die Rohölpreise stark an.
IEA-Mitgliedsstaaten einigten sich auf Rekord-Freigabe von Öl
Erst am 11. März hatten sich alle 32 IEA-Mitgliedsstaaten auf die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus ihren strategischen Reserven geeinigt – die größte koordinierte Freigabe in der Geschichte der Organisation. Die Auslieferung hat laut der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press bereits begonnen.
Japan hatte zusätzlich am Dienstag angekündigt, auch gemeinsam mit Förderländern gehaltene Ölreserven im eigenen Land freizugeben, um die Versorgungssicherheit weiter abzusichern, wie Reuters berichtete.
IEA-Chef: „Sind bereit, weiterzugehen“
Birol betonte nach dem Treffen mit Takaichi, dass die bisher beschlossenen 400 Millionen Barrel lediglich 20 Prozent der gesamten Öl- und Ölproduktbestände ausmachten, die von den Verbraucherstaaten unter IEA-Koordination gehalten werden. „Wenn es nötig ist, sind wir bereit, weiterzugehen – aber ich hoffe sehr, dass es nicht nötig sein wird“, sagte Birol dem Bericht zufolge.
Bereits zuvor hatte der IEA-Chef in Australien im Vorfeld eines G7-Treffens erklärt, seine Organisation konsultiere Regierungen in Asien und Europa über mögliche weitere Freigaben, sollte der Konflikt im Nahen Osten die Öllieferungen weiter stören.
Derzeit sitzen noch 45 Schiffe mit Japan-Bezug im Persischen Golf fest, da die Straße von Hormus weiterhin geschlossen sei, sagte Hitoshi Nagasawa, Vorsitzender des japanischen Reederverbands und Leiter der NYK Group, eines der weltweit größten Schifffahrtsunternehmen, laut Reuters.

