Südkorea will sicherstellen, dass Mobilfunknutzer auch nach Verbrauch ihres Datenvolumens nicht vollständig vom Internet abgeschnitten werden. Wie das Wissenschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, sollen alle Kunden landesweit künftig weiterhin Zugriff auf eine reduzierte Datenverbindung erhalten.
Nach einer Vereinbarung mit den drei größten Mobilfunkanbietern des Landes – SK Telecom, KT und LG Uplus – wird die Geschwindigkeit nach Erreichen des Limits auf 400 Kilobit pro Sekunde gedrosselt. Das reicht laut Ministerium für grundlegende Anwendungen wie Messenger-Dienste oder Kartennutzung, nicht jedoch für datenintensive Angebote wie Videostreaming.
Die Regelung soll bis Ende Juni umgesetzt werden und betrifft vor allem Nutzer ohne unbegrenzte Datentarife. Nach Angaben der Regierung könnten rund 7,17 Millionen Menschen davon profitieren. Insgesamt könnten sie jährlich umgerechnet etwa 218 Millionen US-Dollar sparen.
Mobile Daten als Teil der Grundversorgung
Das Ministerium begründet den Schritt mit einer veränderten Bedeutung digitaler Kommunikation. In einer Mitteilung heißt es, mobile Daten seien im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung zu einer grundlegenden Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe geworden. Ziel sei es, allen Menschen zumindest einen minimalen Zugang zu Kommunikation und Informationen zu sichern.
Bessere Tarife für ältere Nutzer
Parallel plant die Regierung weitere Anpassungen für ältere Nutzer. Mobilfunkanbieter sollen verpflichtet werden, Tarife für Menschen ab 65 Jahren auszuweiten, insbesondere bei Sprach- und SMS-Leistungen. Davon könnten rund 1,4 Millionen Senioren profitieren.
Mit der Maßnahme greift Südkorea stärker in den Mobilfunkmarkt ein als viele andere Industrieländer. Während in zahlreichen Staaten nach Verbrauch des Datenvolumens zusätzliche Kosten oder eine nahezu vollständige Drosselung üblich sind, setzt Seoul nun auf einen garantierten Mindestzugang – und definiert mobile Daten damit faktisch als Teil der öffentlichen Grundversorgung.



