Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeichnet ein zwiespältiges Bild der Arbeit deutscher Jobcenter: Während die Mehrheit der Bürgergeld-Empfänger die Mitarbeitenden positiv bewertet, sieht ein erheblicher Teil der Betroffenen durch die Beratungstermine keine Verbesserung ihrer Arbeitsmarktchancen.
Konkret äußerten sich mehr als zwei Drittel der Befragten zufrieden mit der Arbeit ihres Jobcenters. Gleichzeitig gab jedoch fast die Hälfte an, dass die Termine bei den Beratern ihnen kaum weiterhelfen würden. Die Studie offenbart damit eine deutliche Diskrepanz zwischen der persönlichen Wertschätzung für die Mitarbeitenden und dem tatsächlich wahrgenommenen Nutzen der Beratung.
Besonders Betroffene mit mehreren Problemen werden nicht ausreichend unterstützt
Besonders kritisch bewerten die Studienautoren die Situation von Bürgergeld-Empfängern, die mit mehreren Vermittlungshemmnissen gleichzeitig zu kämpfen haben. Laut der Erhebung trifft das auf 46 Prozent der Leistungsbeziehenden zu. Zu diesen Hemmnissen zählen etwa gesundheitliche Einschränkungen oder fehlende berufliche Qualifikationen.
Gerade bei dieser Gruppe, die besonders intensive Unterstützung benötigen würde, kommen Beratung und Vermittlung durch die Jobcenter nach Einschätzung der Autoren häufig zu kurz. Die Bertelsmann Stiftung kritisiert damit, dass ausgerechnet diejenigen, die den größten Unterstützungsbedarf haben, am wenigsten von den bestehenden Angeboten profitieren.


