Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die verbalen Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. scharf zurückgewiesen. „Ich halte die Äußerungen von Präsident Trump über den Heiligen Vater für inakzeptabel“, erklärte Meloni laut Politico in einer offiziellen Stellungnahme. Der Papst habe als Oberhaupt der katholischen Kirche das Recht, zum Frieden aufzurufen und Krieg zu verurteilen.
Trump hatte den ersten US-amerikanischen Papst der Geschichte am Wochenende auf seiner Plattform Truth Social als „schwach bei Kriminalität und furchtbar in der Außenpolitik“ bezeichnet. Auslöser war Leos Kritik am US-israelischen Krieg gegen den Iran. Vor dem Weißen Haus bekräftigte Trump am Montag, er werde sich nicht entschuldigen: „Er liegt falsch.“
Papst reagiert auf Trump-Äußerungen
Papst Leo wies die Angriffe auf einem Flug nach Algerien zurück. „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“, sagte er gegenüber der AP. Seine Friedensappelle fußten auf dem Evangelium und richteten sich nicht persönlich gegen Trump, sagte er.
Für zusätzliche Empörung sorgte laut AP ein von Trump gepostetes Bild, das ihn in biblischer Robe als Heiler zeigte. Selbst loyale evangelikale Unterstützer des US-Präsidenten sprachen demnach von „Blasphemie“. Trump löschte das Bild und erklärte, er habe sich aus seiner Sicht als Arzt dargestellt. Vizepräsident JD Vance nannte den Post gegenüber Fox News „einen Witz“.
Der Konflikt stellt laut Politico konservative europäische Politiker vor ein Dilemma: Ihre Wählerbasis ist oft stark christlich geprägt. Trumps Ansehen bei ideologischen Verbündeten in Europa sei seit Jahresbeginn deutlich gesunken. Auch in den USA zeigen AP-Umfragen, dass nur rund vier von zehn Katholiken Trumps Amtsführung gutheißen. Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley, nannte Trumps Worte laut AP „entmutigend“: Der Papst sei „nicht sein Rivale, sondern der Stellvertreter Christi“.


