Südkorea hat am Sonntag gegen eine japanische Veranstaltung protestiert, bei der symbolisch Japans Anspruch auf eine Inselgruppe zwischen den beiden Ländern hervorgehoben wurde. Die Inseln, die in Japan als Takeshima und in Südkorea als Dokdo bekannt sind, sorgen bereits seit Jahren für Spannungen zwischen Tokio und Seoul.
Die Beziehungen sind nach wie vor durch Konflikte belastet, die auf Japans Kolonialherrschaft über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945 zurückgehen. Südkorea kontrolliert die Inseln und unterhält laut Yonhap dort seit 1945 eine kleine Polizeieinheit. Japan hat jedoch mehrfach Ansprüche auf die Inselgruppe erhoben.
Südkorea bestellt Diplomaten ein
„Dokdo ist in historischer, geographischer und völkerrechtlicher Hinsicht eindeutig ein integraler Bestandteil unseres Territoriums“, erklärte das Außenministerium laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Das südkoreanische Außenministerium forderte laut Reuters die Einstellung der jährlichen Zeremonie zum Takeshima-Tag in der japanischen Präfektur Shimane, an der in diesem Jahr ein ranghoher japanischer Regierungsbeamter teilgenommen hatte.
Südkorea bestellte zudem den hochrangigen japanischen Diplomaten Hirotaka Matsuo ins Ministeriumsgebäude in Seoul ein, um offiziell Beschwerde gegen die Veranstaltung einzulegen. Bereits am Freitag hatte die Regierung in Seoul laut Reuters gegen Äußerungen des japanischen Außenministers protestiert, der in einer Parlamentsrede Tokios Souveränität über die Inseln bekräftigt hatte.
Die Inseln liegen in ertragreichen Fischgründen. Nach Angaben Seouls könnten sich unter dem Meeresboden zudem gewaltige Vorkommen an Erdgashydrat befinden, deren Wert in die Milliarden gehen könnte. Weder das japanische Außenministerium noch das Büro des Premierministers waren laut Reuters am Sonntag für eine Stellungnahme erreichbar.


