Wichtige Handelsroute

Straße von Hormus: Iran plant Manöver mit scharfer Munition – USA warnen

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Der Iran will dort eine Schießübung durchführen. Die USA warnen vor einem Risiko der Eskalation.

Iranische Boote greifen bei einer Marine-Übung nahe der Straße von Hormus im Jahr 2020 die Attrappe eines US-Flugzeugträgers an
Iranische Boote greifen bei einer Marine-Übung nahe der Straße von Hormus im Jahr 2020 die Attrappe eines US-Flugzeugträgers anZUMA Press Wire/imago

Das US-Zentralkommando (Centcom) hat die Iranischen Revolutionsgarden eindringlich vor „unsicherem Verhalten“ während einer angekündigten Marineübung in der Straße von Hormus gewarnt. Der Iran plant für Sonntag und Montag ein zweitägiges Manöver mit scharfer Munition in der strategisch wichtigen Meerenge.

Die Straße von Hormus ist mit einer Breite von nur 33 Kilometern an ihrer engsten Stelle eine der bedeutendsten Handelsrouten der Welt. Täglich passieren etwa 100 Handelsschiffe die Wasserstraße, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wird. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit mit den internationalen Schifffahrtsrouten.

USA warnen vor „unsicheren Aktionen der Revolutionsgarde“

Eine am Donnerstag per Funk an die Schifffahrt versandte Warnung wies einem AP-Bericht zufolge auf die Schießübung hin. Die darin angegebenen Koordinaten reichen demnach bis in die nördliche Fahrtrinne des 3,2 km breiten Verkehrstrennsystems, über das Schiffe in den Persischen Golf ein- und ausfahren.

Centcom erklärte in einer Mitteilung auf X, man erkenne das Recht des Iran an, professionell in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren. Gleichzeitig warnte das Kommando: „Jedes unsichere und unprofessionelle Verhalten in der Nähe von US-Streitkräften, regionalen Partnern oder Handelsschiffen erhöht das Risiko von Zusammenstößen, Eskalation und Destabilisierung.“

Die US-Streitkräfte kündigten weiterhin an, „unsichere Aktionen der Revolutionsgarde“ nicht zu tolerieren. Dazu zählten „Überflüge von US-Militärschiffen im Flugbetrieb, Tiefflüge oder bewaffnete Überflüge von US-Militäreinrichtungen bei unklaren Absichten, Annäherungen von Schnellbooten auf Kollisionskurs mit US-Militärschiffen“ oder das Richten von Waffen auf US-Streitkräfte, so Centcom.

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran sind derzeit besonders hoch. US-Präsident Donald Trump hat mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht, unter anderem wegen der Niederschlagung landesweiter Proteste und des iranischen Atomprogramms. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln befindet sich bereits im Arabischen Meer.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian gab den Staats- und Regierungschefs der USA, Israel und europäischer Länder Mitschuld an den Protesten im Land. Diese hätten versucht, „zu provozieren, Spaltung zu erzeugen und stellten Ressourcen bereit, um einige unschuldige Menschen in diese Bewegung hineinzuziehen“, sagte er laut Reuters am Samstag im iranischen Staatsfernsehen.