Reisende sollten Flugtickets möglichst bald kaufen, um das Risiko höherer Preise zu vermeiden, erklärt der spanische Tourismus- und Industrieminister Jordi Hereu. „Auf jeden Fall empfehlen wir eher, die Tickets jetzt zu kaufen, denn es stimmt, dass derzeit Kerosin verwendet wird, das vor einiger Zeit gekauft wurde, und daher ist mit gewissen Preisschwankungen zu rechnen“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung Expansión.
Es sei bereits offensichtlich, dass die Preise gestiegen seien, was die Nachfrage beeinflussen könnte, so Hereu. Es müsse zudem darauf geachtet werden, dass es nicht zu Engpässen kommt. Sowohl in Spanien als auch in Europa würden dafür Maßnahmen ergriffen.
Spanien verfüge über größere Kerosinvorräte und höhere Produktionskapazitäten als andere Länder, fügte er hinzu. Jedoch sei das Land Teil eines voneinander abhängigen Europas, weshalb eine gemeinsame Energiepolitik notwendig sei. „Denn wenn die Länder, aus denen Touristen nach Spanien kommen, Probleme hätten, hätten wir sie ebenfalls“, sagte Hereu.
Ölpreis seit Kriegsbeginn um rund 50 Prozent gestiegen
Nach Angaben von Reuters sind die globalen Ölpreise seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um rund 50 Prozent gestiegen. Die NGO Transport & Environment hatte dem Bericht zufolge vergangene Woche mitgeteilt, dass die höheren Ölpreise die Kosten für Langstreckenflüge aus Europa um mehr als 100 US-Dollar erhöht hätten, was voraussichtlich zu höheren Ticketpreisen führen werde.
Der Krieg trifft die Tourismusbranche, etwa den Nahen Osten als bedeutendes Drehkreuz für internationalen Luftverkehr und Verbindungen nach Asien, so Hereu. Zugleich müsse Spanien abwägen, ob seine Attraktivität als sicheres Reiseziel mögliche Effekte eines geringeren Wirtschaftswachstums in wichtigen Herkunftsländern wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien ausgleichen könne.
Trotz des Krieges zeigte sich der Minister vorsichtig optimistisch für die spanische Tourismusbranche. Nach einem Rekordjahr 2024 mit fast 97 Millionen ausländischen Besuchern – ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – könnte Spanien auch in diesem Jahr ein ähnliches Wachstum erreichen, sagte der Minister. Er sei jedoch „nicht von Zahlen besessen“.
Er vertrete ein Modell des „maßvollen Wachstums“, fügte er hinzu. Einige Regionen in Spanien weisen besonders im Juli und August bereits eine „Auslastung nahe der technischen Grenze auf“, berichtete der Minister. Hereu sagte, Spanien müsse in solchen Situationen reagieren und etwa Bemühungen verstärken, den Tourismus besser zu verteilen.

