Bafög

So wenige Bafög-Empfänger wie seit 25 Jahren nicht mehr

So wenige Studierende wie seit 25 Jahren nicht mehr bekommen Bafög. Die staatliche Hilfe verliert weiter an Reichweite.

In Deutschland gibt es so wenig Bafög-Empfänger wie seit 25 Jahren nicht mehr
In Deutschland gibt es so wenig Bafög-Empfänger wie seit 25 Jahren nicht mehrRolf Vennenbernd/dpa

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Bafög-Empfänger auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. Laut Statistischem Bundesamt erhielten 2023 rund 612.800 Menschen die Förderung – 22.800 weniger als im Vorjahr, ein Rückgang von vier Prozent. Zuvor war die Zahl in den Jahren 2022 und 2023 leicht gestiegen. Durchschnittlich erhielten die Geförderten 635 Euro pro Monat – ebenfalls weniger als im Vorjahr, in dem es noch 640 gewesen waren. Die Ausgaben des Bundes für die Bafög-Förderung sanken im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls: um neun Prozent oder 316 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro.

Ein Großteil der Geförderten waren laut den Statistikern des Bundesamts Studierende (483.800). 21 Prozent der Geförderten waren Schülerinnen und Schüler (129.000). Studierende erhielten monatlich im Durchschnitt 657 Euro Bafög. Bei Schülerinnen und Schülern lag der durchschnittliche monatliche Förderbetrag bei 539 Euro. Die Höhe des individuellen Förderbetrags ist unter anderem abhängig von der besuchten Schule, der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts) sowie vom Einkommen der Geförderten und ihrer Eltern.

„Bafög muss höher, einfacher, digitaler werden.“

Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Reform des Bafög geeinigt. Die im Bafög enthaltene Wohnkostenpauschale soll zum Wintersemester 2026/2027 von derzeit 380 auf 440 Euro im Monat angehoben werden. Der sogenannte Bafög-Grundbedarf von monatlich 475 Euro soll ab 2027 in zwei Schritten steigen. Reformbedarf sieht angesichts der Zahlen auch das Deutsche Studierendenwerk. „Das BAföG schwächelt seit langem; es ist zu niedrig und erreicht zu wenig Studierende“, kritisierte Sprecher Stefan Grob. Er forderte: „Das Bafög muss höher, einfacher und digitaler werden.“

Auch Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, sieht in den nun veröffentlichten Zahlen den Handlungsbedarf beim Bafög unterstrichen. „Die Zahl der Geförderten stagniert. Die Fördersätze für Wohnen, den Lebensunterhalt und die Ausbildungskosten decken den tatsächlichen Bedarf nicht“, sagte sie.