Nach einer zweiten Phase fand am 9. und 10. April 2025 die zweitägige Preisgerichtssitzung des Realisierungswettbewerbs Rathaus der Zukunft, Berlin Mitte statt. Unter dem Vorsitz der Architektin Birgit Rapp prämierte die Jury aus den 20 eingereichten Arbeiten drei Preise und vergab zusätzlich zwei Anerkennungen für den Neubau des Rathauses. Vier weitere, gleichwertige Preise wurden für den freiraumplanerischen Ideenteil des Areals an der Otto-Braun-Straße vergeben. Das Preisgericht würdigt ausdrücklich die überwiegend hohe Qualität aller Beiträge und empfahl einstimmig, den Entwurf des erstplatzierten Teams zur Ausführung zu bringen.
Als Sieger gingen die Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB aus Dresden hervor. Sie hatten ihren Entwurf in Zusammenarbeit mit Storch. Landschaftsarchitektur, BfB – Büro für Baukonstruktionen GmbH und IPROconsult GmbH, alle ebenfalls aus Dresden, erarbeitet. Der zweite Preis wurde an cruu architecture GmbH aus Stuttgart verliehen. Sie wurden gemeinsam mit ihren Partnern w+p Landschaften GmbH aus Berlin, Werner Sobek Frankfurt GmbH und Ingenieurgesellschaft Hetzel GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Der dritte Preis ging an TILLO/KAA – Architecture and Urbanism aus Berlin, zusammen mit Schuhmacher Görg Architekten PartmbB, fabulism, Werner Sobek AG und WINTER Gebäudetechnik Eng. & Services Berlin, GmbH.
Zusätzlich wurden zwei Anerkennungen vergeben. Diese gingen an ZRS Architekten GvA mbH mit SCHÖNHERR Landschaftsarchitekten und ZRS Ingenieure GmbH, sowie an C.F. Møller Deutschland GmbH mit ihren internationalen Partnern. Im Ideenteil für die Freianlage erhielt Atelier Schmelzer Weber Architekten PartGmbB aus Dresden einen von vier gleichwertigen Preisen. Ebenso ausgezeichnet wurden Wulf Architekten aus Berlin, ARGE Büro Hacke & Guillen Esteras Architects, ebenfalls aus Berlin, und knoppekgrahl ArchitektInen PartGmbB, ebenfalls aus Berlin.
Der Rathausneubau wird auf dem nördlichen Grundstücksteil des Areals des Haus‘ der Statistik errichtet und wird das Quartier zukünftig maßgeblich mitprägen. Der Neubau setzt sich aus öffentlichen Flächen, bestehend aus dem Foyer der Bürgerämter, einer Bibliothek, Kantine und multifunktionalen Bereichen wie beispielsweise für wechselnde Ausstellungen sowie halböffentlichen Flächen und nichtöffentlichen Flächen für die Fachämter des Bezirksamtes Mitte zusammen. Herzstück des neuen Rathauses wird der Parlamentssaal für die Bezirksverordneten mit der Bezirksvorsteherin beziehungsweise dem Bezirksvorsteher sowie der Bezirksbürgermeisterin beziehungsweise dem Bezirksbürgermeister sein.
Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung Petra Kahlfeldt sagte laut Pressemitteilung: „Es ist eine herausfordernde Aufgabe ein neues Rathaus zu entwerfen. Umso dankbarer bin ich, dass alle 20 Teams eine Entwurfsarbeit eingereicht haben. Die Wettbewerbsjury für das neue Rathaus im Bezirk Mitte debattierte intensiv, was ein zeitgenössisches Rathaus auszeichnet. Ich freue mich, dass mit dem prämierten Entwurf des Atelier Schmelzer Weber Architekten der offene Wettbewerb erfolgreich abgeschlossen wurde. Der prämierte Entwurf schafft mit einem neuen Hochhaus an der Otto-Braun-Straße eine wichtige städtebauliche Setzung und fügt sich in das Ensemble am Haus der Statistik ein. Das Rathaus wird mit seinen vielschichtigen Angeboten einen wichtigen Beitrag für die Menschen in Berlin-Mitte leisten. Als politisches Zentrum mit BVV-Saal und Sitz der Verwaltung wird es zur Belebung des Quartiers beitragen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen wird in Amtshilfe das Rathaus errichten. Die Baufeldfreimachung auf dem Grundstück hat bereits begonnen. Wir werden zügig in die Planung und Realisierung des Neubaus einsteigen.“
Bezirksstadtrat Ephraim Gothe sagte: „Mit dem Entwurf zum neuen Rathaus am Alexanderplatz des erstplatzierten Atelier Schmelzer Weber Architekten ist ein bedeutender Meilenstein erreicht! Aus dem in den letzten Jahren sorgfältig entwickelten Raumprogramm ist nun ein konkretes architektonisches Bild entstanden. Damit ist es für die Öffentlichkeit wie für die vielen zukünftig hier Arbeitenden erstmals möglich, sich dieses Rathaus konkret vorzustellen! Dazu gehören die damaligen Senatoren Matthias Kollatz und Katrin Lompscher, die die Entscheidung zum Rathausstandort ermöglichten, unsere Partner beim Gesamtprojekt Haus der Statistik, der BIM, der WBM und insbesondere die zivilgesellschaftliche ZKB, das Stadtplanungsamt, die Bauaufsicht und das Facility Management des Bezirks, die Abteilung Städtebau und Projekte und die Abteilung Hochbau sowie das Wettbewerbsreferat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie der beiden Senatsbaudirektorinnen Regula Lüscher und Petra Kahlfeldt.“
Preisgerichtsvorsitzende Architektin Birgit Rapp sagte: „Das breite Spektrum der 20 eingereichten Entwürfe für das Rathaus der Zukunft und die Vielzahl der Beurteilungskriterien stellten das Preisgericht vor eine herausfordernde Aufgabe. Mit dem breit gefächerten Fachwissen der Preisgerichtsmitglieder und der Sachverständigen wurden die unterschiedlichen qualitativen Aspekte von Städtebau und Architektur, Identität, Funktionalität, Erschließung und Adressbildung, wie auch die technischen Aspekte, Energie und Nachhaltigkeit intensiv diskutiert, abgewogen und haben schließlich zu einem von allen getragenen Ergebnis geführt.“
Der hochbauliche und städtebaulich-freiraumplanerische Planungswettbewerb startete Mitte August 2024 und wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in enger Abstimmung mit und in Amtshilfe für den Bezirk Mitte von Berlin europaweit ausgelobt. In der 1. Phase des offenen Wettbewerbs reichten 157 Planungsteams ihre Ideen und Konzepte für einen Neubau des Rathauses ein. Im Dezember 2024 wählte das Preisgericht aus dieser Vielzahl an Beiträgen 20 Arbeiten zur Weiterbearbeitung in der 2. Phase aus. Die interdisziplinären Teams der 2. Phase bestanden aus Architektinnen und Architekten, Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten sowie Fachplanerinnen und Fachplanern der Tragwerksplanung und der Technischen Gebäudeausrüstung.
Planungsaufgabe der 2. Phase war es, neben einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Gestaltung des Gebäudes, die Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der eingereichten Konzepte in Hinblick auf die Gebäudeorganisation, die geplante Tragstruktur und Gebäudetechnik sowie die genehmigungsrelevanten Aspekte zu vertiefen und darzustellen. Das Ziel des Wettbewerbs war es, ein überzeugendes und gestalterisch ansprechendes Gebäudekonzept zu erhalten, das dem Anspruch an ein nachhaltiges und innovatives Rathaus gerecht wird.
Die geplante Nutzungsfläche des Bauvorhabens beträgt gemäß geprüftem Bedarfsprogramm rund 19.500 m². Das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs wird als Planungsgrundlage in die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal einfließen. Die für die Realisierung zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Abteilung V – Hochbau verhandelt unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts zunächst mit dem 1. Preisträger über die Auftragsvergabe gemäß § 17 VgV für die Planung des Rathausneubaus als Generalplaner. Das Auftragsversprechen bezieht sich nicht auf den konzeptionellen Ideenteil für Freiraum im Wettbewerbsgebiet.
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen auf Facebook


