Berlin

Senat bestätigt wachsende Konflikte mit Waschbären – Charité, Schulen und Kraftwerke betroffen

Waschbären verursachen in Berlin zunehmend Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Doch der Senat setzt bislang nicht auf eine flächendeckende Bestandskontrolle.

Eine systematische Reduzierung des Waschbär-Bestands in Berlin ist nicht beabsichtigt.
Eine systematische Reduzierung des Waschbär-Bestands in Berlin ist nicht beabsichtigt.Fernando Martinez/dpa

Bei den Berliner Behörden haben sich die Beschwerden über Waschbären gehäuft. Die Tiere richten an Gebäuden und technischer Infrastruktur teils erhebliche Schäden an. Das geht aus einer Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage der Grünen hervor.

„Bei den Behörden gehen zunehmend Beschwerden der Bevölkerung zu Konflikten mit Waschbären ein", heißt es in dem Dokument. Besonders problematisch ist demnach, dass sich die Tiere in Dächern und anderen Gebäudeteilen einnisten und dort teils massive Zerstörungen hinterlassen.

Die Liste der betroffenen Einrichtungen ist lang und reicht weit über private Wohnhäuser hinaus: Unter anderem sind die Charité, Gebäude der Berliner Stadtreinigung (BSR), Firmengelände, Revierförstereien, Arztpraxen, Oberstufenzentren, Schulen, ein Heizkraftwerk, Schwimmbäder, Wasserwerke, Kasernen und Parkanlagen betroffen.

83 Waschbären seit 2020 getötet – Bestand bleibt unangetastet

Zwischen 2020 und 2025 wurden in Berlin insgesamt 83 Waschbären getötet. In 24 dieser Fälle ging es laut Senat um den Schutz sensibler Infrastruktur, die Abwehr von Objektschäden oder die Einhaltung von Hygieneanforderungen.

Eine systematische Reduzierung des Waschbär-Bestands ist damit allerdings nicht beabsichtigt. Der Senat betont, dass die gezielte Tötung einzelner Tiere ausschließlich in konkreten Konfliktfällen stattfinde. Die Jagd auf Waschbären ist in Berlin – wie in vielen anderen Bundesländern – inzwischen ganzjährig erlaubt.

Die Zahlen verdeutlichen das Dilemma: Einerseits wachsen die Schäden und die Zahl der Beschwerden, andererseits setzt der Senat bislang nicht auf eine flächendeckende Bestandskontrolle. Wie sich die Situation angesichts einer wachsenden Waschbär-Population in der Hauptstadt weiterentwickelt, bleibt offen.