Die Ukraine will die Reichweite ihrer Angriffe auf Ziele in Russland nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter vergrößern. Bei einem Angriff sei ein Ziel in mehr als 1500 Kilometern Entfernung getroffen worden, teilte Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst Telegram mit. Er sprach von einer „neuen Etappe beim Einsatz ukrainischer Waffen zur Begrenzung des Potenzials des russischen Krieges“. Den Geheimdienstmitarbeitern des SBU dankte er für die „Treffsicherheit“.
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU erklärte später, Drohnen hätten in der Nacht eine russische Ölpumpstation nahe der Stadt Perm im Ural getroffen, rund 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Selenskyj veröffentlichte ein Video, das eine Rauchwolke zeigen soll, nannte das getroffene Ziel zunächst aber nicht.
„Es ist wichtig, dass jeder Treffer die Möglichkeiten der russischen Militärindustrie, Logistik und Ölexporte verringert“, erklärte der Präsident. Die Ergebnisse seien für alle offensichtlich. Russland müsse seinen Krieg beenden, sagte Selenskyj. „Es ist Zeit, zur Diplomatie überzugehen, und dieses Signal sollte Moskau hören.“
Immer mehr Angriffe auf russisches Hinterland
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in den vergangenen Wochen verstärkt. Ziel seien Raffinerien, Treibstofflager und Häfen, um eine wichtige Finanzierungsquelle Moskaus für den Krieg zu treffen.
Am Dienstag hatte ein ukrainischer Drohnenangriff laut Reuters einen Großbrand in der Raffinerie im Schwarzmeerhafen Tuapse ausgelöst – der dritte Angriff auf die Anlage binnen zwei Wochen. Der russische Präsident Wladimir Putin wertete den Angriff demnach als Beleg für eine Zunahme ukrainischer Angriffe auf zivile Ziele.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat die Ukraine die Reichweite ihrer Angriffe auf russisches Gebiet seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 um 170 Prozent gesteigert. Im Februar trafen ukrainische Drohnen nach Angaben regionaler Behörden die Raffinerie Uchta in der russischen Region Komi, rund 1750 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.


