Rüstung

Schweden bestellt Luftabwehr und nutzt dafür Ukraine-Erfahrungen

Schweden kauft neue Luftabwehr für Städte, Häfen und Kernkraftwerke. Das Konzept wurde in engem Austausch mit der Ukraine entwickelt. Ein System für Front und Hinterland.

Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson. Die Regierung beschafft neue Luftabwehr für Militär und Infrastruktur.
Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson. Die Regierung beschafft neue Luftabwehr für Militär und Infrastruktur.Jonas Ekströmer/imago

Schweden investiert 8,7 Milliarden Schwedische Kronen (rund 803 Millionen Euro) in neue Luftabwehr- und Drohnenabwehrsysteme. Verteidigungsminister Pal Jonson stellte die Verträge am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Karlskoga vor, wie die Regierung in Stockholm mitteilte.

Kern der Beschaffung ist das modulare System GUTE II. Es soll feindliche Drohnen und andere Luftziele wie Helikopter bekämpfen. GUTE II kann auf Fahrzeugen montiert, stationär eingesetzt und an andere Orte verlegt werden.

Schutz für Städte und Kernkraftwerke

Neben militärischen Verbänden sollen auch Kernkraftwerke, Eisenbahnknotenpunkte, Häfen, Flughäfen und Städte geschützt werden, sagte Jonson laut Reuters am Donnerstag.

Die schwedische Beschaffungsbehörde FMV schloss die Verträge unter anderem mit Saab und der schwedischen BAE-Systems-Tochter Bofors. Saab bezifferte den eigenen Anteil auf 2,6 Milliarden Kronen. Das Paket umfasst Bofors Luftabwehrkanone Tridon MK2 sowie Saabs ferngesteuerte Waffenstation Trackfire. Hinzu kommen Saabs Radar Giraffe 1x, Führungssysteme und Ausrüstung für elektronische Kampfführung.

Weitere Verträge für Munition, rund 70 Lastwagen und Geländefahrzeuge wurden mit dem norwegischen Unternehmen Nammo und dem finnischen Hersteller Sisu geschlossen.

Erfahrungen aus der Ukraine eingeflossen

Das Konzept wurde laut dem schwedischen Sender SVT in engem Austausch mit der Ukraine entwickelt. Jonson erklärte, die Systeme hätten sich auf dem Schlachtfeld gegen Drohnen wie das von Russland und dem Iran eingesetzte Modell Shahed als wirksam erwiesen. Die Lieferungen sollen von 2027 bis 2028 erfolgen.

Die Verträge sind Teil einer zuvor angekündigten Investition von 15 Milliarden Kronen in die territoriale Luftverteidigung. Schwedens Verteidigungsausgaben sollen laut Reuters im Jahr 2026 bei 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen und bis 2030 auf 3,5 Prozent steigen.