Syrische Staatsangehörige erhalten in Deutschland seit Sturz des Machthabers Assad kaum noch Asyl oder Flüchtlingsschutz. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger hervorgeht, lag die sogenannte bereinigte Schutzquote im vergangenen Jahr bei lediglich 5,3 Prozent.
Noch 2024 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nahezu 100 Prozent der syrischen Asylanträge positiv beschieden oder zumindest ein Abschiebeverbot ausgesprochen.
Debatte über Rückkehr-Quote von Syrern
Die Zahlen fallen in eine politisch aufgeladene Debatte um die Rückkehr syrischer Geflüchteter. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte nach dem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa Ende März erklärt, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer sollten innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren – dies sei ein „Wunsch“ al-Scharaas gewesen. Der syrische Präsident widersprach dieser Darstellung jedoch öffentlich: „In Wahrheit ist die Aussage etwas übertrieben. Nicht ich habe das gesagt, sondern es wurde mir zugeschrieben. Es war der Herr Kanzler, der diese Worte gesagt hat“, so al-Scharaa.
Bei der Schutzquote zeigen sich je nach Zugehörigkeit zu religiösen und ethnischen Gruppen erhebliche Unterschiede. Mehr als jeder zweite Jeside aus Syrien (57,1 Prozent) erhielt 2025 einen Schutzstatus. Bei Alawiten – der Minderheit, der auch die Familie des gestürzten Ex-Präsidenten Baschar al-Assad angehört – lag die Quote bei 20 Prozent. Syrische Christen erhielten zu rund 17 Prozent Schutz, Drusen zu 9,1 Prozent, Kurden zu 11,8 Prozent.
Die Rückkehrdebatte berührt auch die Frage, welche Rolle syrische Staatsangehörige für den deutschen Arbeitsmarkt spielen. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im September 2025 rund 317.000 Syrer erwerbstätig, davon 266.100 in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Gleichzeitig bezogen im Dezember 2025 insgesamt 444.140 Syrer Regelleistungen – knapp 47 Prozent der syrischen Bevölkerung in Deutschland.
Knapp eine Million Syrer lebt in Deutschland
Die Arbeitslosenquote unter syrischen Staatsangehörigen lag im September 2025 bei 32,1 Prozent und damit über dem Durchschnitt anderer Asylherkunftsstaaten von 27 Prozent. Ein wesentlicher Faktor ist die niedrige Erwerbsbeteiligung syrischer Frauen: Während 61,8 Prozent der Männer einer Beschäftigung nachgehen, sind es bei Frauen nur 22,2 Prozent.
Zugleich arbeiten laut Institut der deutschen Wirtschaft rund 80.000 Syrer in sogenannten Engpassberufen, etwa im Transport- und Logistikbereich, in der Produktion oder im Gesundheitswesen.


