Politik

Schulleiter verbietet Praktikum bei der AfD - jetzt erhält er Todesdrohungen

Ein Schulleiter untersagt einem Schüler aus Teltow ein Praktikum bei der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag. Der Fall schlägt hohe Wellen.

Ein Schulleiter untersagt einem Schüler aus Teltow ein Praktikum bei der AfD.
Ein Schulleiter untersagt einem Schüler aus Teltow ein Praktikum bei der AfD.Christoph Reichwein/dpa

Der Schulleiter der Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow in Brandenburg hat einem Schüler verboten, ein Praktikum bei der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag zu absolvieren. Jetzt sieht sich der Rektor in sozialen Netzwerken massiven Anfeindungen und sogar Todesdrohungen ausgesetzt. In Kommentaren ist die Rede davon, er solle entlassen, verhaftet oder gar aufgehängt werden, wie Focus berichtet.

Die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré machte den Vorfall öffentlich. Seitdem schlägt der Fall hohe Wellen.

Bildungsministerium sieht kein Fehlverhalten des Schulleiters

Das Bildungsministerium stellte sich auf Anfrage des RBB hinter den Schulleiter der Grace-Hopper-Gesamtschule. Die Schulaufsicht habe den Fall geprüft und sehe kein Fehlverhalten, teilte das Ministerium mit. Demnach sei die Schulleitung grundsätzlich befugt, ein Schülerpraktikum in einem bestimmten Betrieb zu untersagen.

Der Schüler sei minderjährig und wäre „ohne pädagogische Begleitung und vergleichende Einordnung unmittelbar der erwiesen demokratiefeindlichen Ideologie der Partei ausgesetzt gewesen“, so das Bildungsministerium. Auch begründet das Bildungsministerium seine Haltung mit der Einschätzung des Brandenburger Verfassungsschutzes. Demnach sei der AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft worden. Die AfD geht gegen diese Einstufung derzeit juristisch vor.

Der Schulleiter sieht sich nach eigenen Angaben einer gezielten Kampagne ausgesetzt. Eine Interviewanfrage des RBB lehnte er ab.