Weltall

Russland will bis 2036 Kraftwerk auf dem Mond bauen

Russland will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren ein Kraftwerk auf dem Mond errichten. Die Nasa verfolgt ähnliche Pläne.

Der Mond: Russland und die USA wollen auf dem Himmelskörper Energieanlagen errichten.
Der Mond: Russland und die USA wollen auf dem Himmelskörper Energieanlagen errichten.Andy Bünning/imago

Russland will nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2036 ein Kraftwerk auf dem Mond errichten. Die staatliche russische Raumfahrtorganisation Roskosmos habe einen entsprechenden Vertrag mit dem Luft- und Raumfahrtunternehmen Lawotschkin unterzeichnet, wie mehrere russische Nachrichtenagenturen berichteten.

Wahrscheinlich soll es sich bei dem geplanten Energieanlage um einen Atomreaktor handeln. Roskosmos gab einem Reuters-Bericht zufolge zwar nicht ausdrücklich an, dass es sich bei dem geplanten Projekt um ein Kernkraftwerk handele, nannte als Beteiligte jedoch den russischen Staatskonzern für Kernenergie, Rosatom, und das Kurtschatow-Institut, das sich mit Kernforschung befasst.

Roskosmos hatte bereits in der Vergangenheit angekündigt, zusammen mit China eine nukleare Energieeinheit auf dem Mond für gemeinsame Missionen bauen zu wollen. Das Projekt sei „ein wichtiger Schritt hin zur Errichtung einer permanenten wissenschaftlichen Mondstation und zum Übergang von einmaligen Missionen zu einem langfristigen Mondforschungsprogramm“, erklärte die Organisation laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass.

Auch USA wollen Atomreaktor auf dem Mond bauen

Die USA hatten bereits im August ein ähnliches Projekt angekündigt. Demnach plant die Nasa, bis 2030 einen Atomreaktor auf dem Mond zu errichten. „Wir befinden uns in einem Wettlauf zum Mond, in einem Wettlauf mit China zum Mond. Und um eine Basis auf dem Mond zu errichten, brauchen wir Energie“, sagte US-Verkehrsminister Sean Duffy laut Reuters dazu.

Die Nasa will nach eigenen Angaben gemeinsam mit kommerziellen Partnern ein sogenanntes „Fission Surface Power System“, einen kleinen Kernreaktor mit mindestens 100 Kilowatt elektrischer Leistung entwickeln. Damit soll die Mondforschung unterstützt und die Energieversorgung für künftige Missionen, unter anderem zum Mars, gesichert werden. In diesem Zusammenhang veröffentlichte die Nasa im August eine Marktabfrage, um Rückmeldungen von der Industrie einzuholen.

Internationale Regeln verbieten zwar die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum, schließen den Einsatz nuklearer Energiequellen für Raumfahrtzwecke aber nicht aus – etwa zur Stromversorgung von Mond- oder Marsmissionen.