Der wegen Spionagevorwürfen in Russland inhaftierte Franzose Laurent Vinatier ist im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigekommen und wieder in Frankreich. „Ich teile die Erleichterung seiner Familie und seiner Angehörigen. Mein Dank gilt unseren diplomatischen Vertretern für ihr Engagement“, schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron auf X. Vinatier sei in Paris gelandet, hieß es am Donnerstag im französischen Außenministerium.
Der Wissenschaftler und frühere NGO-Mitarbeiter Vinatier war im Juni 2024 in Russland festgenommen worden. Im Oktober wurde er zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt, weil er Informationen über das russische Militär gesammelt haben soll, ohne sich zuvor als „ausländischer Agent“ angemeldet zu haben. Der mit einer Russin verheiratete Vinatier hatte vor Gericht erklärt, davon nichts gewusst zu haben.
Frankreich lässt russischen Basketballspieler frei
Laut der französischen Zeitung Le Parisien arbeitete Vinatier, ein Forscher mit Schwerpunkt auf dem postsowjetischen Raum, zum Zeitpunkt seiner Verhaftung für das Zentrum für Humanitären Dialog, eine Schweizer Nichtregierungsorganisation, die in Konflikten außerhalb offizieller diplomatischer Kanäle vermittelt.
Das zuständige Gericht gab laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax an, Vinatier habe die „Nichterfüllung seiner Pflichten als ausländischer Agent“ eingeräumt. Der russische Präsident Wladimir Putin habe ihn per Dekret begnadigt, hieß es. Im Dezember hatte der Kreml überraschend angekündigt, Frankreich im Fall Vinatier einen „Vorschlag“ unterbreitet zu haben.
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte laut Interfax mit, dass Vinatier gegen Daniil Kasatkin ausgetauscht wurde, einen russischen Basketballspieler, der im vergangenen Juni auf Ersuchen der USA in einem Pariser Flughafen festgenommen wurde. Diese werfen ihm vor, zu einem Hacker-Netz zu gehören, das zwischen 2020 und 2022 etwa 900 Unternehmen und Institutionen durch Schadsoftware angegriffen haben soll. Der Profi-Sportler hatte zeitweise in den USA gelebt. Kasatkin wies die Vorwürfe zurück.

