Die russische Regierung hat nach den dreitägigen Gesprächen in Abu Dhabi ihre Position zur Territorialfrage im Ukraine-Konflikt bekräftigt. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, dass die Gebietsfrage für Russland von „fundamentaler Bedeutung“ sei, wie das Onlineportal Ukrainska Prawda berichtet.
Derzeit kontrollieren russische Streitkräfte etwa 90 Prozent des Donbass. Die ukrainische Regierung lehnt eine Abtretung von Territorien, die Russland nicht auf dem Schlachtfeld gewonnen hat, kategorisch ab. Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine endeten am Wochenende ohne konkretes Ergebnis.
Moskaus angebliche Vereinbarung mit Trump
Peskow bezog sich laut Tass auf die sogenannte Anchorage-Formel. Diese bezeichnet angebliche Absprachen zwischen US-Präsident Donald Trump und Putin bei einem Gipfeltreffen im vergangenen August in Alaska. Nach Angaben einer dem Kreml nahen Quelle sieht diese Vereinbarung vor, dass die Ukraine Russland die Kontrolle über den gesamten Donbass übergibt und die Frontlinien im Osten und Süden des Landes eingefroren werden.
Russlands staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitierte Peskow mit einer positiven Bewertung der Gespräche in Abu Dhabi. Er bezeichnete die Verhandlungen als „konstruktiv“. Trotz des Ausbleibens einer Einigung kündigten die beteiligten Parteien weitere Gespräche für das kommende Wochenende an.
Die Ukraine weist Gebietsabtretungen zurück
Der ukrainische Außenminister hatte während der Gespräche in Abu Dhabi Russland vorgeworfen, „zynisch“ zu agieren. Die ukrainische Position bleibe unverändert: Eine Übergabe von Territorium an Russland komme für Kiew nicht infrage. Die ukrainische Regierung argumentiert, dass sie keine Gebiete aufgeben werde, die Moskau nicht militärisch unter Kontrolle gebracht habe.
Die Verhandlungen eröffnen einen der wenigen direkten Gesprächskanäle zwischen den Konfliktparteien seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Ob die für das kommende Wochenende geplanten Gespräche zu konkreten Fortschritten führen, bleibt angesichts der verhärteten Positionen beider Seiten aber fraglich.

