Ukraine-Krieg

Russischer Großangriff auf Ukraine: Mehrere Tote in Charkiw, darunter Kinder

Bei einem massiven russischen Luftangriff auf die Ukraine wird in Charkiw ein Wohnhaus von einer Rakete getroffen. Zehn Menschen sterben, darunter zwei Kinder. Auch Kiew wird angegriffen.

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in einem Mehrfamilienhaus nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw.
Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in einem Mehrfamilienhaus nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw.Andrii Marienko/AP

Bei einem massiven russischen Luftangriff auf die Ukraine sind in der ostukrainischen Stadt Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Das berichtete der Bürgermeister der Großstadt, Ihor Terechow, am Samstagnachmittag. Eine russische ballistische Rakete habe in der Nacht zum Samstag ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, mit. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt.

Unter den Opfern sind nach Angaben der Stadtverwaltung eine Lehrerin und ihr neunjähriger Sohn sowie ein 13-jähriges Mädchen und seine Mutter. Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten. Nach Behördenangaben könnten noch rund 14 Menschen unter den Trümmern liegen.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland bei dem Angriff insgesamt 480 Drohnen sowie 29 Raketen ein, darunter Iskander-M-Raketen und Hyperschallraketen vom Typ Zircon. Ukrainische Einheiten hätten 453 Drohnen und 19 Raketen abgefangen.

Angriffe auf Kiew

Neben Charkiw wurde auch die Hauptstadt Kiew angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass Trümmerteile von Raketen in mehreren Stadtteilen niedergegangen seien. Drei Menschen seien verletzt worden. Zudem wurde eine Anlage kritischer Infrastruktur getroffen, wodurch weitere Wohnungen ohne Heizung auskamen.

Auch in der Kleinstadt Tschuhujiw in der Region Charkiw wurden zwei Menschen verletzt, nachdem eine russische Drohne ein Wohnhaus getroffen hatte.

Selenskyjs Hilferuf

Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die westlichen Partner erneut zu mehr Unterstützung auf. Russland habe seine Versuche nicht aufgegeben, Wohngebiete und kritische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören, erklärte er. Daher müsse die militärische Unterstützung, insbesondere bei Luftabwehrsystemen, fortgesetzt werden.

In Polen ließ die Luftwaffe mehrere Kampfflugzeuge zum Schutz des Luftraums in an die Ukraine angrenzenden Regionen aufsteigen. Die polnische Luftwaffe tut dies häufig bei massiven russischen Luftangriffen.