Russland soll dem Iran Informationen über amerikanische Militärziele im Nahen Osten liefern. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf mehrere mit US-Geheimdiensterkenntnissen vertraute Personen. Demnach habe Moskau Teheran Daten über Standorte und Bewegungen amerikanischer Schiffe, Flugzeuge und anderer militärischer Einrichtungen in der Region übermittelt.
Die Informationen könnten dem Iran helfen, US-Streitkräfte gezielter anzugreifen. Damit mische sich erstmals eine weitere nuklear bewaffnete Großmacht zumindest indirekt in den Konflikt ein.
Dem Bericht zufolge geht es unter anderem um Angaben zu amerikanischen Militäranlagen sowie zu Bewegungen von Kriegsschiffen und Flugzeugen. Tatsächlich treffen iranische Drohnen und Raketen auffallend präzise: Frühwarnradare, Kommandozentralen und selbst die CIA-Station in der US-Botschaft in Riad wurden getroffen. Unklar bleibt demnach, wie umfassend die russische Unterstützung tatsächlich ist und in welchem Umfang die Informationen operativ genutzt werden können. Ebenfalls offen ist, ob Moskau lediglich Rohdaten übermittelt oder darüber hinaus bei der Auswertung hilft. Die Zeitung beruft sich auf mehrere Quellen mit Einblick in Geheimdiensterkenntnisse.
Pentagon-Chef: USA sind „nicht besorgt“
Eine offizielle Bestätigung des Berichts durch die US-Regierung gibt es bislang nicht. Widersprochen wurde ihm jedoch ebenfalls nicht. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth reagierte am Freitag im Sender CBS demonstrativ gelassen. Die USA seien „nicht besorgt“ über den Bericht, sagte er. In der Sendung „60 Minutes“ erklärte Hegseth zudem: „Wir verfolgen alles.“ Die amerikanischen Kommandeure seien über alle Entwicklungen informiert.
Auch das Weiße Haus spielte die Berichte herunter. Präsidentensprecherin Karoline Leavitt erklärte, mögliche russische Informationsweitergaben hätten keinen Einfluss auf den Militäreinsatz der USA gegen den Iran. Die Vereinigten Staaten erreichten die militärischen Ziele ihrer Operation und würden dies auch weiterhin tun.
Der Bericht rückt die enge Beziehung zwischen Moskau und Teheran erneut in den Fokus. Russland und der Iran arbeiten seit Jahren in militärischen und rüstungspolitischen Fragen zusammen und haben ihre Partnerschaft zuletzt weiter vertieft. Nach Angaben der Washington Post gibt es derweil keine Hinweise darauf, dass China den Iran militärisch unterstützt. Peking unterhält zwar ebenfalls enge Beziehungen zu Teheran, soll sich bislang aber nicht an einer möglichen Unterstützung iranischer Gegenangriffe beteiligen.



