Das russische Verteidigungsministerium hat die Einnahme von zwei Siedlungen in der Ukraine gemeldet. Die Truppengruppierung „West“ habe die Ortschaft Kupjansk-Uslowoi in der Region Charkiw erobert, die Truppengruppierung „Dnjepr“ die Siedlung Nowojakowlewka in der Region Saporischschja, teilte das Ministerium am Dienstag mit.
Die ukrainischen Verluste bezifferte das Ministerium innerhalb der vergangenen 24 Stunden auf etwa 1345 Soldaten an allen Frontabschnitten. Die katarische Nachrichtenagentur QNA berichtete unter Berufung auf russische Angaben von 1465 ukrainischen Verlusten. Zudem seien Dutzende gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriegeschütze zerstört worden.
US-Organisation sieht hohe russische Verluste
Gleichzeitig veröffentlichte das Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington eine umfassende Analyse, die ein kritisches Bild der russischen Kriegsführung zeichnet.
Demnach haben russische Streitkräfte seit Februar 2022 rund 1,2 Millionen Gefallene, Verwundete und Vermisste zu verzeichnen – mehr Verluste als jede Großmacht in irgendeinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Zahl der Gefallenen allein wird auf bis zu 325.000 geschätzt. Unabhängig bestätigen lassen sich keine dieser Zahlen.
Angriffe auf ukrainische Infrastruktur
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums griffen russische Streitkräfte 154 Ziele an, darunter Energieinfrastruktur, Lagerstätten für Langstreckendrohnen sowie Stationierungsorte ukrainischer Truppen und ausländischer Söldner. Die russische Luftabwehr habe 105 ukrainische Drohnen, elf Raketen des US-amerikanischen HIMARS-Systems und eine umgerüstete S-200-Rakete abgeschossen.
Die Verluste verteilten sich laut Ministerium auf verschiedene Frontabschnitte: Die Truppengruppierung „Zentrum“ habe der ukrainischen Armee mehr als 415 Verluste zugefügt, die Gruppierung „Ost“ über 390, die Gruppierung „West“ mehr als 210 und die Gruppierung „Nord“ über 170 Verluste. An den Frontabschnitten „Süd“ und „Dnjepr“ seien etwa 120 beziehungsweise 40 ukrainische Soldaten getötet oder verwundet worden.
Das Ministerium meldete zudem die Zerstörung mehrerer US-amerikanischer Gegenartillerie-Radarsysteme vom Typ AN/TPQ-36 und AN/TPQ-50 sowie mehrerer Munitionsdepots.
Die Geländegewinne reihen sich in eine Serie russischer Vorstöße der vergangenen Wochen ein. Moskau hatte zuletzt wiederholt die Einnahme von Ortschaften in der Ostukraine gemeldet.

