Rente

Rentenunterschiede zwischen Ost und West: Frauen im Osten im Vorteil

Frauen im Osten beziehen bis zu 350 Euro mehr Rente als im Westen. Vielen ostdeutschen Frauen kommt die Arbeit aus DDR-Zeiten zugute.

Die Rente für Frauen im Osten ist höher als im Westen.
Die Rente für Frauen im Osten ist höher als im Westen.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das Gehaltsgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland ein präsentes Thema. Umso überraschender sind die aktuellen Erkenntnisse des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Frauen in den neuen Bundesländern beziehen deutlich höhere Renten als Frauen im Westen der Republik.

In den westdeutschen Bundesländern liegt die durchschnittliche Rente einer Frau unter 1000 Euro. Im Vergleich dazu erhält keine Frau im Osten weniger als 1100 Euro. Im Durchschnitt bekommt eine ostdeutsche Frau 1218 Euro, das sind 357 Euro mehr als ihre westdeutsche Kollegin.

Spitzenreiterinnen sind die Frauen aus Potsdam: Sie konnten sich 2023 über eine durchschnittliche Monatsrente von 1314 Euro freuen. Das ist fast doppelt so viel wie im rheinland-pfälzischen Eifelkreis Bitburg-Prüm, wo Frauen im Schnitt lediglich 668 Euro erhalten.

Hohe Ostrenten ein Erbe aus DDR-Zeiten

Die vergleichsweise hohen Renten in Ostdeutschland lassen sich vor allem auf die Erwerbstätigkeit von Frauen in der DDR zurückführen. Viele Frauen gingen beispielsweise nach der Geburt ihrer Kinder schnell wieder arbeiten, was sich nun positiv auf ihre Rentenansprüche auswirkt. Ein Blick auf die Renten von Männern zeigt ein anderes Bild: Hier bestehen kaum noch Unterschiede.

Während Männer im Westen im Schnitt 1430 Euro Rente erhalten, sind es im Osten 1416 Euro. Das bundesweite Schlusslicht bildet der Landkreis Waldshut im Südschwarzwald mit durchschnittlich 1201 Euro, weniger als die Frauenrenten in Sachsen, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Spitzenreiter ist die Region rund um Bottrop mit durchschnittlich 1686 Euro monatlich.