Wirtschaft

Rentenpaket: Prominente Ökonomen fordern Politik mit „langem Atem“

Mehrere prominente Ökonomen haben an die Bundesregierung appelliert, das geplante Rentenpaket zu stoppen. Sie warnen vor hohen Kosten und mangelnder Nachhaltigkeit.

Prominente Ökonomen fordern ein Stopp des Rentenpakets.
Prominente Ökonomen fordern ein Stopp des Rentenpakets.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Eine Gruppe renommierter Ökonomen hat die Rentenpolitik der Ampel-Koalition scharf kritisiert. In einem gemeinsamen Aufruf warnen sie vor hohen Kosten und mangelnder Nachhaltigkeit der geplanten Rentenreformen, wie das Handelsblatt zuvor berichtete.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem aktuelle Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wie Schnitzer, Grimm und Werding.

Die Ökonomen fordern eine Rentenpolitik mit „langem Atem“, die berechenbar und fiskalisch nachhaltig sei. Insbesondere die sogenannte Haltelinie und die geplante Ausweitung der Mütterrente würden die öffentlichen Finanzen erheblich belasten, heißt es in dem Aufruf.

Grüne legen eigene Reformvorschläge vor

Zeitgleich zu dem Aufruf der Ökonomen hat auch die Grünen-Bundestagsfraktion eigene Vorschläge für eine Rentenreform vorgelegt. Die Fraktionsspitze fordert unter anderem eine Abkehr von Frühverrentungsprogrammen und Änderungen bei der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren.

Außerdem wollen die Grünen die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung auf eine breitere Basis stellen. Dazu sollen künftig auch Beamte und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen. Bisher sind diese Gruppen in eigenen Versorgungswerken oder privat abgesichert.

Mit ihren Vorschlägen wollen die Grünen nach eigenen Angaben die Rente zukunftsfest und generationengerecht gestalten. Die Ampel-Koalition hat sich im Koalitionsvertrag auf eine „doppelte Haltelinie“ verständigt: Bis 2025 sollen weder Rentenniveau noch Beitragssatz festgelegte Grenzen unter- bzw. überschreiten. Wie es danach weitergeht, ist noch offen.