Arbeit bis ins hohe Alter

Rentenkommission berät: Wer bis über 70 arbeitet, soll „sehr großzügig“ belohnt werden

Die Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalter sind nicht neu. Bald will sich die Rentenkommission genauer damit befassen.

Die Menschen in Deutschland sollen länger arbeiten, fordert die Politik.
Die Menschen in Deutschland sollen länger arbeiten, fordert die Politik.Philip Dulian/dpa

Die Rentenkommission der Bundesregierung will offenbar auch über eine Ausweitung des Rentenalters auf 70 Jahre beraten. Wie die Bild-Zeitung berichtete, soll dies beim nächsten Treffen des 13-köpfigen Expertengremiums am 23. Februar diskutiert werden. 

Bis zum 30. Juni sollen Vorschläge zur Reform von den 13 Mitgliedern der Kommission erarbeitet werden.

„Sehr großzügige“ Belohnung für späten Renteneintritt geplant

Bei der Beratung der so genannten Alterssicherungskommission wird es dem Bericht zufolge auch um die Frage gehen, wie hoch die Abschläge bei einem Renteneintritt vor dem 70. Lebensjahr ausfallen könnten. Zugleich wollen die Experten demnach prüfen, wie ein längeres Arbeiten auch über das 70. Lebensjahr hinaus attraktiver gestaltet werden kann. Laut Bild ist eine „sehr großzügige“ finanzielle Belohnung für einen späteren Renteneintritt im Gespräch. Eine Empfehlung könnte bereits im Frühjahr vorliegen.

Der Zeitung zufolge soll in der Kommission ebenso darüber diskutiert werden, ob künftig auch Beamte und Politiker verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Allerdings ist den Experten laut Bild bewusst, dass zusätzliche Beitragszahler das Grundproblem, wonach es immer mehr Ruheständler und immer weniger Beitragszahler gibt, mittelfristig nicht lösen können.

Die private und betriebliche Vorsorge soll stärker von Aktien unterstützt werden - allerdings mit entsprechenden Schutzmechanismen. Vorbild soll dabei Schweden, Norwegen und die Niederlande sein. Diese Länder hatten zuletzt auch ein höheres Renteneintrittsalter beschlossen.

Die Forderungen nach einem höheren Rentenalter sind nicht neu. Ende vergangenen Jahres sprach sich der CDU-Wirtschaftsrat für einen späteren Renteneintritt als 67 aus. Auch die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte zuletzt:„Wir müssen in Deutschland insgesamt mehr arbeiten.“ Gegenüber T-Online merkte die Politikerin an, dass dies „faktisch (…) über ein höheres Renteneintrittsalter“ geschehen müsse.