Deutschland

Pflegeausbildung in Deutschland boomt: Rekordzahl bei Azubis

Die Pflege erreicht ein Rekordhoch an Azubis und ist Deutschlands beliebteste Ausbildung. Ein Verband warnt jedoch vor Blockaden.

Die Anzahl an Auszubildenden in der Pflege erreichte 2025 ein Rekordhoch in Deutschland.
Die Anzahl an Auszubildenden in der Pflege erreichte 2025 ein Rekordhoch in Deutschland.Jürgen Blume/epd

Rund 64.300 Menschen haben 2025 einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann abgeschlossen – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt befanden sich zum Jahresende rund 158.000 Personen in einer Pflegeausbildung, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Das ist der höchste Stand seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020, bei der die zuvor getrennten Ausbildungsgänge in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege sowie der Kinderkrankenpflege zusammengelegt wurden. Zusätzlich begannen rund 800 Studierende ein Pflegestudium an Hochschulen; dieses wird seit 2024 vergütet und finanziert.

Laut dem Arbeitgeberverband-Pflege ist die Pflegeausbildung damit die beliebteste in ganz Deutschland. Der Verband verwies darauf, dass etwa die Kraftfahrzeugmechatronik nach den zuletzt verfügbaren Zahlen nur auf gut 24.000 neue Auszubildende kam.

Frauen weiterhin deutlich in der Überzahl

71 Prozent der neuen Verträge schlossen Frauen ab, 29 Prozent Männer. Allerdings wuchs die Zahl männlicher Auszubildender mit 15 Prozent deutlich stärker als die der Frauen mit sechs Prozent. Seit 2020 stieg der Männeranteil um fünf Prozentpunkte. 18.500 Männer schlossen 2025 einen Pflegeausbildungsvertrag ab.

Der Arbeitgeberverband-Pflege kritisierte, dass Fachkraftquoten und Personalschlüssel trotz steigender Ausbildungszahlen den Aufbau zusätzlicher Pflegeplätze blockierten. Der Verband bezeichnete die Vorgaben als „bürokratisches Relikt aus den Neunzigerjahren“ und forderte: „Wer Versorgung sichern will, muss diese Blockaden lösen.“