Minneapolis

Reisen in die USA: Auswärtiges Amt warnt vor „gewalttätigen Auseinandersetzungen“

Am Rande von Einsätzen von Grenzschutz- und Einwanderungsbehörden in den USA sind zwei Menschen getötet worden. Nun spricht das Auswärtige Amt eine Warnung aus.

In Minneapolis ist es nach dem Tod von Alex Pretti zu Protesten gekommen.
In Minneapolis ist es nach dem Tod von Alex Pretti zu Protesten gekommen.Abbie Parr/dpa

Angesichts der jüngsten Ereignisse im Bundesstaat Minnesota hat die Bundesregierung eine neue Warnung für Reisen in die USA ausgesprochen. „In Minneapolis und in anderen Städten kommt es bei Demonstrationen teils zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Migrations- und Sicherheitsbehörden“, heißt es in Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts, die an diesem Montag aktualisiert wurden.

Konkret wird Reisenden darin geraten, „wachsam“ zu sein. Man solle sich „von Menschenansammlungen, in deren Umfeld es möglicherweise zu Gewalt kommen könnte“, fernhalten. Weiter teilt das Auswärtige Amt mit: „Verhalten Sie sich ruhig und folgen Sie den Anweisungen der Behörden und lokalen Sicherheitskräfte.“

Zwei Menschen am Rande von Beamten erschossen

In der US-Großstadt Minneapolis sind seit mehreren Wochen Beamte der Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) und der Border Patrol im Einsatz. Zum zweiten Mal haben an diesem Wochenende Beamte am Rande einer Abschiebe-Razzia eine Person erschossen. Vor wenigen Wochen hatte ein ICE-Beamter die dreifache Mutter Renee Good erschossen.

Bei dem jüngsten Fall handelte es sich um Alex Pretti, einen 37 Jahre alten Krankenpfleger. Das Heimatschutzministerium hatte dazu mitgeteilt, Pretti sei bewaffnet gewesen und die Schüsse seien aus Notwehr erfolgt. Die Familie warf der Trump-Regierung der Nachrichtenagentur AP zufolge „widerliche Lügen“ vor. Augenzeugenvideos legten US-Medienberichten zufolge nahe, dass Pretti keine Waffe in der Hand hielt, als auf ihn geschossen wurde.

Die Beamten der beiden Behörden sind in Minneapolis im Einsatz, um die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Massenabschiebungen umzusetzen. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities (Zufluchtsstädten), die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten. Anwohnerinnen und Anwohner sind in den vergangenen Wochen immer wieder auf die Straße gegangen, um gegen ICE und die Massenabschiebungen zu protestieren.