Übergewinnsteuer

„Reicht uns nicht“: Ostdeutsche Bundesländer fordern weitere Spritpreis-Maßnahmen

Das vom Bundestag beschlossene Spritpreis-Paket ist den ostdeutschen Regierungschefs zu wenig. Unter anderem bringen sie eine Übergewinnsteuer ins Spiel.

Unter anderem Kai Wegner (CDU, r.) fordert von der Bundesregierung um Friedrich Merz weitere Maßnahmen gegen steigende Spritpreise.
Unter anderem Kai Wegner (CDU, r.) fordert von der Bundesregierung um Friedrich Merz weitere Maßnahmen gegen steigende Spritpreise.Bernd von Jutrczenka/dpa

Die ostdeutschen Regierungschefs haben das vom Bundestag beschlossene Maßnahmenpaket gegen die stark gestiegenen Kraftstoffpreise als unzureichend erachtet. „Wir haben als ostdeutsche MPs heute einen klaren Beschluss gefasst: Das reicht uns nicht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach dem Treffen in Berlin. Sie forderte eine kurzfristige Senkung der Energiesteuern oder der CO2-Abgabe.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach sich für eine Vermögensabschöpfung bei „illegitimen Gewinnen der Konzerne“ aus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verlangte ebenfalls, die Übergewinne der Ölkonzerne abzuschöpfen. Sein Ziel: über niedrigere Energiepreise wirtschaftliche Stabilisierung und neues Wachstum im Osten ermöglichen.

Gesetzesentwurf verabschiedet, Übergewinnsteuer strittig

Der Bundestag hatte am Donnerstag das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und Grünen verabschiedet. Tankstellen dürfen die Preise für Benzin und Diesel künftig nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen – Senkungen bleiben jederzeit möglich. Bei Verstößen drohen bis zu 100.000 Euro Bußgeld.

Zudem erhält das Bundeskartellamt erweiterte Befugnisse: Bei auffälligen Preisanstiegen müssen künftig die Unternehmen nachweisen, dass ihre Erhöhungen durch gestiegene Kosten gerechtfertigt sind. (mit dpa)