Brasilien

Ramaphosa trifft Lula – was Südafrika und Brasilien bei Brics und Handel planen

Brasilien und Südafrika wollen ihre Kooperation in internationalen Foren stärken. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Brics-Staaten sollen einen neuen Schub erhalten.

Luiz Inácio Lula da Silva (rechts), Präsident von Brasilien, und Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, während einer Begrüßungszeremonie in Brasília
Luiz Inácio Lula da Silva (rechts), Präsident von Brasilien, und Cyril Ramaphosa, Präsident von Südafrika, während einer Begrüßungszeremonie in BrasíliaEvaristo Sa/AFP

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Brasilien eingetroffen. Bei Gesprächen mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in Brasília wollen beide Länder ihre Handelsbeziehungen ausbauen und ihre Zusammenarbeit in multilateralen Foren wie Brics, G20, dem Indien-Brasilien-Südafrika-Dialogforum (IBSA), der Gruppe der 77 und den Vereinten Nationen vertiefen.

Mindestens drei bilaterale Abkommen könnten während des Besuchs am 9. und 10. März unterzeichnet werden, berichtet das brasilianische Nachrichtenportal Poder360. Der Handelsaustausch zwischen beiden Ländern belief sich im Jahr 2025 laut brasilianischer Außenhandelsstatistik ComexStat auf rund 2,3 Milliarden US-Dollar und bleibt nach Einschätzung der brasilianischen Regierung deutlich unter dem wirtschaftlichen Potenzial beider Länder.

Südafrika exportiert vor allem Chemikalien, Steinkohle, Bergbautechnik, Eisen und Stahl sowie Fahrzeuge nach Brasilien. Brasilien liefert Öl und Eisenerz, Landmaschinen, Zuchttiere und pflanzliche Erzeugnisse. Das Handelsabkommen zwischen der Südafrikanischen Zollunion (SACU) und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur ermöglicht laut südafrikanischer Präsidentschaft Zollvergünstigungen für mehr als 1000 Produkte.

Gemeinsames Wirtschaftsforum als Höhepunkt

Das Programm des Staatsbesuchs begann am Montagnachmittag mit einer Zeremonie im Präsidentenpalast Palácio do Planalto in Brasília. Am Abend sollte Ramaphosa beim südafrikanisch-brasilianischen Wirtschaftsforum im Itamaraty-Palast sprechen, dem Sitz des brasilianischen Außenministeriums.

Ramaphosa wird von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Vertreter aus Agrarwirtschaft, Energie, Bergbau, Luft- und Raumfahrt, Chemie, Verteidigung, Schifffahrt und Pharmaindustrie. Wachsende Bedeutung hat auch der Tourismus: Brasilien war im Jahr 2025 das neuntgrößte Herkunftsland internationaler Besucher in Südafrika, begünstigt durch Direktflüge zwischen São Paulo und Südafrika seit dem Jahr 2023.

Der Besuch findet vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen statt. Der Konflikt im Nahen Osten zwischen den USA, Israel und dem Iran beeinflusst internationale Handelsrouten. Einige Reedereien meiden das Rote Meer und leiten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung um. Dadurch gewinnt die Kap-Route um Südafrika herum strategisch an Bedeutung.

Spannungen mit Washington

Auch zwischen Pretoria und Washington bestehen Spannungen. US-Präsident Donald Trump boykottierte den G20-Gipfel unter südafrikanischer Präsidentschaft in Johannesburg im November 2025 und schloss Südafrika von der nächsten Ausgabe des Treffens in Miami aus. Trump hatte ohne Belege behauptet, die südafrikanische Regierung verfolge die weiße Minderheit des Landes. Ramaphosa wies diese Vorwürfe zurück und bekräftigte Südafrikas Status als vollwertiges G20-Mitglied, berichtet Poder360.

Der Besuch ist Teil von Brasiliens Strategie, Handelspartnerschaften weiter zu diversifizieren, um Abhängigkeiten in einem instabilen globalen Umfeld zu verringern.