Nahost

Raketen auf Israel zu Pessach: Iran startet größte Angriffswelle seit Wochen

Zum Beginn des jüdischen Feiertags Pessach greifen Iran und Hisbollah Israel an. Millionen flüchten in Schutzräume, Raketen schlagen in Wohngebieten ein.

Ein Mann schützt ein Kind während eines iranischen Raketenangriffs am Straßenrand nahe Latrun.
Ein Mann schützt ein Kind während eines iranischen Raketenangriffs am Straßenrand nahe Latrun.Marco Longari/AFP

Der Iran hat am Mittwochabend nach israelischen Militärangaben eine der größten Angriffswellen der vergangenen Wochen gegen Israel gestartet. Nach ersten Einschätzungen der israelischen Armee (IDF) wurden am Mittwochabend rund zehn ballistische Raketen in Richtung Zentralisrael abgefeuert.

In zahlreichen Regionen des Landes, insbesondere im Zentrum, heulten rund um den Beginn des jüdischen Pessach-Festes die Sirenen. Millionen Menschen suchten Schutzräume oder sichere Bereiche auf, während vielerorts die traditionellen Seder-Abende stattfanden.

Die meisten Raketen seien abgefangen worden, teilte das Militär mit. Einige Geschosse seien entsprechend der Einsatzregeln in unbewohntes Gebiet gelenkt worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Mehrere Angriffswellen – auch Hisbollah beschießt Israel

Berichten der Jerusalem Post zufolge markiert der Angriff eine der größten iranischen Salven der vergangenen Wochen. Auch die Times of Israel spricht von der umfangreichsten Angriffswelle seit den frühen Tagen des Iran-Krieges. Kurz nach der ersten Salve habe die Armee weitere Starts registriert, insgesamt bereits die sechste Angriffswelle des Tages, hieß es am Abend.

Zeitgleich wurden nach Militärangaben Raketen aus dem Libanon abgefeuert. Die Hisbollah habe Ziele im Norden Israels beschossen, hieß es. Auch in Regionen wie den Golanhöhen und Galiläa wurden Sirenen ausgelöst.

Schäden in Wohngebieten – Berichte über Streumunition

Rettungskräfte meldeten Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, unter anderem in den Städten Rosh Haayin und Petah Tikva. Aufnahmen zeigen Einschläge in Wohngebieten sowie auf offener Fläche. Ein Geschoss soll nach israelischen Medienberichten Streumunition getragen haben und kleinere Sprengkörper über einem Gebiet verteilt haben. Auch diese Angaben sind bislang nicht unabhängig bestätigt.

Rettungsdienst meldet Verletzte und Schockfälle

Berichte über Verletzte gab es zunächst kaum. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte laut Jerusalem Post mit, mehrere Menschen hätten einen Schock erlitten. Zuvor waren am Morgen nach Behördenangaben bereits 16 Menschen durch Raketensplitter verletzt worden, darunter mehrere Kinder.

Ein Sprecher der israelischen Armee hatte im Vorfeld vor möglichen Angriffen während der Feiertage gewarnt. Das Militär sei landesweit in erhöhter Bereitschaft. Zugleich betonte er, der Schutz sei „nicht hermetisch“, und rief die Bevölkerung auf, sich strikt an die Anweisungen der Behörden zu halten.

Israel hatte in den vergangenen Tagen seine Angriffe auf Ziele im Iran fortgesetzt. Nach Militärangaben wurden dabei unter anderem Einrichtungen zur Raketenproduktion und Luftabwehr getroffen. Insgesamt habe die Luftwaffe innerhalb von zwei Tagen mehr als 400 Ziele angegriffen.

Nach Berichten israelischer Medien war die Intensität der iranischen Angriffe zuletzt deutlich zurückgegangen. In den vergangenen Wochen seien meist nur einzelne Raketen abgefeuert worden. Die jetzige Salve stellt daher eine spürbare Eskalation dar.