Feuerpause

Ukraine-Krieg: Putin verkündet Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest

Das russische Militär sei angewiesen worden, die Kampfhandlungen „in alle Richtungen“ ab Samstag einzustellen. Bereits im vergangenen Jahr sollte eine Waffenruhe gelten.

Russlands Präsident Wladimir Putin will die russischen Angriffe auf die Ukraine ab Samstag für die anstehenden Feiertage einstellen.
Russlands Präsident Wladimir Putin will die russischen Angriffe auf die Ukraine ab Samstag für die anstehenden Feiertage einstellen.Alexander Kazakov/AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine einseitige Waffenruhe im Ukraine-Krieg anlässlich des orthodoxen Osterfestes angeordnet. Wie der Kreml am Mittwoch über seinen Kanal auf der Plattform Max mitteilte, gilt die Feuerpause vom 11. April um 16 Uhr bis zum Ende des 12. April 2026, an dem das Fest von Orthodoxen gefeiert wird.

Russlands Verteidigungsminister Andrei Belousow und Generalstabschef Waleri Gerassimow seien angewiesen worden, die Kampfhandlungen „in alle Richtungen“ für diesen Zeitraum einzustellen, hieß es in der Erklärung. Zugleich sollten die Truppen bereit bleiben, „jeglichen Provokationen des Feindes sowie jeglichen aggressiven Aktionen entgegenzuwirken“.
Der Kreml äußerte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax die Erwartung, dass die ukrainische Seite „dem russischen Beispiel folgen“ werde.

Am 30. März hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits erklärt, die Ukraine sei bereit für einen Waffenstillstand während der Osterfeiertage, insbesondere für Angriffe auf Energieinfrastruktur. Zu der neuen Ankündigung aus Russland liegt noch keine Reaktion von ukrainischer Seite vor.

Putin hatte bereits letztes Ostern eine 30-stündige Waffenruhe verkündet, doch beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, diese gebrochen zu haben.

Friedensverhandlungen ins Stocken geraden

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Friedensbemühungen zwischen beiden Seiten weitgehend festgefahren sind. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Gesprächsrunden zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA keine Fortschritte in Richtung einer Einstellung der Kampfhandlungen gebracht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kürzlich mit Blick auf das Abkommen im Nahen Osten erklärt, sein Land sei bereit, „spiegelbildlich zu reagieren“, sollte Russland seine Angriffe einstellen. Anlass war die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Selenskyj forderte daraufhin, den internationalen Druck auch auf Moskau zu erhöhen.

Russland fordert weiterhin die Abtretung der gesamten Donbass-Region durch die Ukraine, einschließlich der Gebiete unter ukrainischer Kontrolle, noch vor einer längeren Waffenruhe. Kiew hat sich hingegen für einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie ausgesprochen und fordert Sicherheitsgarantien.