Spektakuläre Aktion

Protest in 60 Meter Höhe: Greenpeace demonstriert auf der  Sicherheitskonferenz gegen Gasimporte

Zehn Kletterer entrollen ein riesiges Plakat auf einem Baukran nahe dem Konferenzort. Die Umweltorganisation kritisiert Europas Abhängigkeit von US- und russischem Flüssiggas.

Auf einem Baukran entrollen Greenpeace-Aktivisten ein Plakat gegen Import von Erdgas.
Auf einem Baukran entrollen Greenpeace-Aktivisten ein Plakat gegen Import von Erdgas.Kay Nietfeld/dpa

Kurz vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz haben Greenpeace-Aktivisten ein großflächiges Transparent an einem Baukran über dem Marienhof entrollt. In etwa 60 Metern Höhe war die Botschaft „Break Free From Tyrants“ zu lesen.  Mit der Aktion protestieren die Aktivisten gegen die europäische Abhängigkeit von Flüssiggaslieferungen aus Russland und den USA.

Ebenfalls fand eine Kundgebung auf dem Marienplatz statt. Dabei zeigte Greenpeace überlebensgroße aufblasbare Skulpturen von Putin und Trump.  Diese sitzen auf einem zehn Meter langen Modell eines Gas-Tankers mit der Aufschrift „Fossil Gas“.

Energiepolitik als Sicherheitsfrage

„Wer über Sicherheit spricht, muss auch über Energiepolitik sprechen“, erklärte Greenpeace-Energieexpertin Marina Falke. Die Fixierung auf fossile Gaslieferungen stärke Machthaber wie US-Präsident Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Energieexporte als Druckmittel nutzten. Deutschland dürfe sich nicht von Regierungen abhängig machen, die Vereinbarungen einseitig aufkündigten.

Sicherheitskonferenz im Zeichen der Geopolitik

Die diesjährige Sicherheitskonferenz steht im Zeichen des Ukrainekriegs, der transatlantischen Spannungen und der europäischen Verteidigungsfähigkeit. Dabei werden auch Fragen der Energiesicherheit zentral diskutiert.

Mehr als tausend Teilnehmer aus rund 120 Staaten werden erwartet, darunter über 60 Staats- und Regierungschefs. Für Bundeskanzler Friedrich Merz ist es der erste Auftritt als Regierungschef bei der Konferenz. Ob er das Plakat von Greenpeace gesehen hat, ist nicht bekannt.