Der britische Premierminister Keir Starmer will Großbritannien „kampfbereit“ machen, um zunehmenden Bedrohungen, etwa aus Russland, besser zu begegnen. Während einer Rede in einer Werft im schottischen Govan in Glasgow versprach Starmer am Montag deshalb, Milliarden in Waffenfabriken, Drohnen und U-Boote zu investieren.
Zu den wichtigsten geplanten Maßnahmen gehören beispielsweise die Lieferung von bis zu zwölf Angriffs-U-Booten, die Beschaffung von bis zu 7000 Langstreckenwaffen, der Bau von mindestens sechs neuen Munitionsfabriken, die Bereitstellung besserer Unterkünfte für die Streitkräfte des Landes und mehr Investitionen in Atomwaffen.
Starmer: Großbritannien soll „Innovationen im Kriegstempo vorantreiben“
Hintergrund der Maßnahmen ist eine von der Regierung in Auftrag gegebene strategische Verteidigungsüberprüfung des Landes. Starmer stellte für die Verteidigung Großbritanniens drei Ziele vor, die von zentraler Bedeutung seien. Zunächst versprach er, Großbritannien in „Kriegsbereitschaft“ zu versetzen. Dies solle unter anderem durch Gehaltserhöhungen und den Aufbau einer stärkeren Reserve erreicht werden.
Das zweite Ziel sei, die Nato zu stärken. Die Verteidigungspolitik Großbritanniens werde „immer die Nato an die erste Stelle setzen“, sagte Starmer. Drittens werde die Regierung „Innovationen im Kriegstempo vorantreiben“, um Bedrohungen zu begegnen. Starmer sagte dazu, er wolle, dass Großbritannien der schnellste Innovator innerhalb des Bündnisses sei.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte begrüßte laut BBC die Veröffentlichung der strategischen Verteidigungsüberprüfung Großbritanniens, insbesondere „die Konzentration auf industrielle Kapazitäten und eine erhöhte Produktion, die für unsere Abschreckung und Verteidigung von entscheidender Bedeutung sind“.
Laut Starmer will die britische Regierung in den kommenden Jahren das Budget für Militärausgaben auf drei Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhen. Noch unklar ist, wie das finanziert werden soll. Derzeit hat die Regierung das Ziel, bis 2027/28 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes für die Verteidigung auszugeben. Für Kritik sorgte die Entscheidung, dafür das Budget für Entwicklungshilfe zu kürzen.


