Der ehemalige britische Prinz Andrew hat nach seiner Festnahme die Polizeiwache wieder verlassen. Er fuhr demnach am Donnerstagabend in einem schwarzen Range Rover an Journalisten vorbei, berichtete die BBC. Die Thames Valley Police bestätigte dem Bericht zufolge, dass Andrew wieder freigelassen wurde. Die Ermittlungen laufen jedoch weiterhin, hieß es.
Auch US-Präsident Donald Trump kommentierte die Festnahme des ehemaligen Prinzen. „Ich finde es sehr traurig“, sagte er laut BBC gegenüber einem Journalisten. „Ich finde es so schlimm für die königliche Familie. Für mich ist das eine sehr traurige Sache“, sagte er weiter. König Charles sei ein „fantastischer Mann“.
Andrew: Vorwurf von Amtsmissbrauch
Die britische Polizei hatte Andrew zuvor festgenommen. Hintergrund sei Amtsmissbrauch, so die BBC. Es handelt sich demnach um die erste Festnahme des ehemaligen Mitglieds der königlichen Familie, das seit Jahren wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter öffentlichem Druck steht. Andrew wird unter anderem vorgeworfen, in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet zu haben.
Die Polizei von Thames Valley hatte in einer offiziellen Erklärung mitgeteilt, dass „ein Mann in seinen Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen“ wurde. Gleichzeitig würden Durchsuchungen an Adressen in den Grafschaften Berkshire und Norfolk durchgeführt.
König Charles: „Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“
König Charles äußerte sich ebenfalls Donnerstag zu der Festnahme. „Ich habe mit großer Besorgnis die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. Was nun folgt, ist ein umfassender, fairer und ordnungsgemäßer Prozess, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird.“, heißt es in einem offiziellen Statement des Monarchen.
„Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere uneingeschränkte und uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit. Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“, so Charles. Weiter wolle er sich nicht zu dem laufenden Verfahren äußern.
Andrew Mountbatten-Windsor wird vorgeworfen, in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet zu haben. Der inzwischen 66-Jährige hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Andrew hat heute Geburtstag
Laut BBC befindet sich Andrew Mountbatten-Windsor, der am heutigen Donnerstag Geburtstag hat, derzeit in Polizeigewahrsam. Am Morgen der Festnahme wurden nach Angaben des Senders nicht gekennzeichnete Polizeifahrzeuge auf dem Gelände des königlichen Landsitzes Sandringham in Norfolk gesichtet, wo Andrew lebt, seit er sein früheres Zuhause in Windsor verlassen hat.
Assistant Chief Constable Oliver Wright erklärte laut BBC: „Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Ermittlung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingeleitet.“ Es sei wichtig, die Integrität und Objektivität der Ermittlungen zu schützen. Man werde zu gegebener Zeit weitere Informationen veröffentlichen.
Einzelheiten zur Festnahme unklar
Andrew hat jegliches Fehlverhalten stets entschieden bestritten. Die genauen Einzelheiten der Vorwürfe, die zur Festnahme führte, sind bislang nicht bekannt. Es ist auch noch nicht abschließend geklärt, welche Polizeibehörde die Festnahme durchgeführt hat, obwohl die Erklärung von Thames Valley Police stammt.
Der Fall dürfte in Großbritannien für erhebliches öffentliches Interesse sorgen. Andrew war bereits im Jahr 2019 nach einem aufsehenerregenden Interview zu seinen Verbindungen mit Epstein von seinen öffentlichen Pflichten als Mitglied des Königshauses zurückgetreten.
In den USA hatte er sich 2022 in einem Zivilverfahren mit Virginia Giuffre außergerichtlich geeinigt, die ihm sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte – ohne dabei ein Schuldeingeständnis abzugeben. Im Oktober vergangenen Jahres gab er schließlich seinen Prinzentitel offiziell ab.


