Energiekrise

Philippinen drängen Südostasien zur Aktivierung eines Notfallpakts für Öl

Beim AZEC-Plus-Gipfel wirbt Manila für gemeinsame Ölreserven und fordert die sofortige Erprobung des regionalen Krisenmechanismus.

Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. dringt auf mehr regionale Vorsorge gegen Lieferausfälle.
Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. dringt auf mehr regionale Vorsorge gegen Lieferausfälle.Ezra Acayane/imago

Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat die ASEAN-Staaten aufgefordert, das regionale Erdölsicherheitsabkommen APSA sofort zu aktivieren und in der laufenden Krise zu erproben. Marcos äußerte sich am Mittwoch bei einem Online-Gipfel der Energieinitiative Asia Zero Emission Community (AZEC) Plus, zu dem Japan eingeladen hatte, wie Reuters berichtete.

Die Sperrung von Schifffahrtsrouten infolge des Nahostkonflikts habe gezeigt, wie verwundbar asiatische Volkswirtschaften seien, die stark von Ölimporten abhängen, erklärte Marcos laut Reuters. „Kein einzelnes Land in Asien kann sich gegen Lieferkettenschocks dieses Ausmaßes allein abschirmen“, sagte der Präsident laut dem philippinischen Nachrichtenportal ABS-CBN. Die Lage verlange eine „koordinierte, einheitliche Antwort“ der Region.

Krisenmechanismus soll getestet werden

Der APSA-Krisenmechanismus sieht laut Marcos vor, dass Mitgliedstaaten einem betroffenen Land auf freiwilliger und kommerzieller Basis bis zu zehn Prozent seines normalen Inlandsbedarfs liefern.

Die Philippinen boten sich als Gastgeber oder für den Ko-Vorsitz der ersten APSA-Notfallsimulationsübung an, meldete Reuters. Die Abläufe für Hilfslieferungen im Krisenfall müssten vorab feststehen, damit keine Zeit verloren geht. Marcos schlug den Teilnehmern des Gipfels zudem vor, eine regionale Studie zur gemeinsamen Öllagerhaltung zu beauftragen. Modelle dafür habe das Wirtschaftsforschungsinstitut ERIA bereits erarbeitet.

Manila will Pflichtreserven für Treibstoff verdoppeln

Auf nationaler Ebene treiben die Philippinen laut Reuters den Aufbau einer staatlich kontrollierten strategischen Erdölreserve voran, berichtete Reuters. Marcos will die Pflichtbestände für Treibstoffunternehmen anheben: Für Erdölprodukte sollen sie von 15 auf 30 Tage steigen, für Flüssiggas von sieben auf 21 Tage. Zudem verfolgt Manila eine risikoangepasste Beschaffungsstrategie, um die Abhängigkeit von nahöstlichen Lieferwegen zu verringern

Marcos verwies laut ABS-CBN auch auf bereits ergriffene nationale Schritte: die Ausrufung eines nationalen Energienotstands und die Aktivierung eines Hilfsprogramms für Lebenshaltungskosten, Industrie, Ernährung und Transport. Allein reichten solche Maßnahmen aber nicht aus, so der Präsident.

Zu den Partnerländern des AZEC-Plus-Formats zählen neben den Philippinen unter anderem Australien, Brunei, Kambodscha, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam.