Finanzen

Pflegeversicherung steuert wohl auf Milliarden-Defizit zu: Bundesdarlehen kaschieren die Lage

Deutsche Pflegekassen verzeichnen 2025 ein erwartetes Minus von 2,8 Milliarden Euro. Chef des Verbandes der Pflegekassen erwartet auch im laufenden Jahr keine Besserung.

Die Finanzprobleme der Pflegeversicherung könnten sich im laufenden Jahr noch verschärfen.
Die Finanzprobleme der Pflegeversicherung könnten sich im laufenden Jahr noch verschärfen.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die finanzielle Lage der deutschen Pflegeversicherung ist weitaus kritischer, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Oliver Blatt, Chef des Verbandes der Pflegekassen, zeichnete ein alarmierendes Bild der aktuellen Haushaltslage: „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte", sagte der Verbandschef.

Zwar habe die Pflegeversicherung das Jahr 2025 mit einem leichten Überschuss von zehn Millionen Euro abgeschlossen. Dieses Ergebnis sei jedoch nur möglich gewesen, weil der Bund mit einem Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro eingesprungen sei.

Bundesdarlehen verschieben die Kosten in die Zukunft

Für das laufende Jahr erwartet der Kassenverband ein ähnliches Muster – allerdings in deutlich größerem Ausmaß. Blatt rechnet mit einem nominellen Plus von 400 Millionen Euro. Dieses komme jedoch ausschließlich durch ein weiteres Bundesdarlehen von 3,2 Milliarden Euro zustande. Das „ehrliche Ergebnis", wie Blatt es formulierte, sei demnach ein erwartetes Defizit von 2,8 Milliarden Euro.

Der Verbandschef erklärt, dass sich die Finanzprobleme im kommenden Jahr weiter verschärfen dürften, sollte die Politik nicht gegensteuern. Die Bundesdarlehen verschieben die Kosten lediglich in die Zukunft, ohne die strukturellen Ursachen des Defizits zu beheben.