Beitragsschock droht

„Krankenversicherung fährt vor die Wand“: Kassenvorstand fordert radikalen Neustart

Arbeitgeber, Staat, Pauschalen: Ralf Hermes verrät exklusiv, wie er die Lasten der GKV gerechter verteilen und Kosten senken will. Wendet seine Reform den System-Crash ab?

Ein OP-Team bei der Arbeit: Werden Krankenhäuser künftig vom Staat und von Arbeitgebern finanziert?
Ein OP-Team bei der Arbeit: Werden Krankenhäuser künftig vom Staat und von Arbeitgebern finanziert?imago

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt in einer tiefen Krise. Leidtragende sind die Versicherten. Sie zahlen immer höhere Beiträge und erhalten dafür immer weniger Leistung. „Das System ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Ralf Hermes, Vorstand der IKK Innovationskasse. Er hat ein neues Modell entwickelt, das er exklusiv in der Berliner Zeitung vorstellt. Es besteht aus drei Säulen und räumt radikal mit dem alten System auf. Was Hermes alles anders machen will.

Herr Hermes, die Beitragssätze steigen, die Ausgaben laufen aus dem Ruder. Wie ernst ist die Lage der gesetzlichen Krankenversicherung?

Sie fährt vor die Wand, wenn sich nicht grundsätzlich etwas an dem System ändert. Die Milliarden-Defizite werden immer größer ausfallen, und dann war es das in absehbarer Zeit. Einige Kassen haben ihre Beitragssätze zum Jahreswechsel wieder angehoben, andere ziehen am 1. April oder in der Jahresmitte nach. Wir werden bald schon Beitragssätze von 20 Prozent und mehr sehen. So kann und darf es nicht weitergehen.

Die SPD schlägt vor, alle Einkommensarten für die Finanzierung der Gesundheitskosten heranzuziehen, also auch Kapitaleinkünfte und Mieteinnahmen. Ist das der richtige Weg?

Berliner Zeitung

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