Wertpapiere

PayPal enttäuscht mit Zahlen: Konzernchef muss gehen, Aktie verliert 15 Prozent

PayPal feuert CEO Alex Chriss nach miesen Zahlen. Die Aktie stürzt um 15 Prozent auf Achtjahrestief. Was Anleger jetzt wissen sollten.

Läuft gerade nicht gut für Paypal an der Börse
Läuft gerade nicht gut für Paypal an der BörseIMAGO / Alexander Pohl

Der US-Zahlungsdienstleister PayPal trennt sich von Konzernchef Alex Chriss, nachdem das Unternehmen am Dienstag Quartalsergebnisse vorgelegt hat, die sowohl bei Umsatz als auch Gewinn hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Aktie verlor im europäischen Handel rund 15 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren.

Der neu ernannte Verwaltungsratschef David Dorman begründete die Personalie mit mangelnder Umsetzungsgeschwindigkeit: Zwar habe es in den vergangenen zwei Jahren Fortschritte gegeben, „das Tempo des Wandels und der Umsetzung" habe jedoch nicht den Erwartungen entsprochen. Als Nachfolger wurde Enrique Lores benannt, der bisher den Technologiekonzern HP führte. Bis zu seinem Amtsantritt am 1. März übernimmt Finanzchefin Jamie Miller die Unternehmensführung interimistisch.

Im vierten Quartal erzielte PayPal einen Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar – ein Plus von 3,6 Prozent, jedoch rund 90 Millionen Dollar weniger als von Analysten erwartet. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,23 Dollar, während die Markterwartung bei 1,29 Dollar gelegen hatte. Besonders problematisch: Das Wachstum bei Online-Checkouts, einem zentralen Geschäftsbereich, verlangsamte sich von sechs Prozent im Vorjahr auf nur noch ein Prozent.

Jahresprognose zweimal angehoben – und verfehlt

Für zusätzliche Enttäuschung sorgte, dass PayPal seine eigene Jahresprognose verfehlte. Das Unternehmen meldete einen Gewinn je Aktie von 5,31 US-Dollar für das Gesamtjahr, nachdem es im Oktober noch 5,35 bis 5,39 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Brisant dabei: PayPal hatte den Ausblick im Juli und erneut im Oktober angehoben.

Auch der Ausblick auf das laufende Jahr fällt verhalten aus. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Betrag, den PayPal nach Kosten aus Transaktionen verdient, im Vergleich zum Vorjahr leicht sinken wird. Für das erste Quartal erwartet der Konzern einen Gewinnrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Nutzungsmuster zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Zwar stieg das abgewickelte Zahlungsvolumen um neun Prozent auf 475,1 Milliarden Dollar, doch die Zahl der Zahlungsvorgänge erhöhte sich nur um zwei Prozent. Die Transaktionen pro aktivem Konto sanken um fünf Prozent. Kunden nutzen PayPal demnach seltener, dafür für größere Beträge.

Bewertung auf historischem Tiefstand

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa neun bis zehn erscheint die Aktie auf den ersten Blick günstig bewertet. Analysten sehen jedoch wenig Spielraum für Wachstum oder Margenverbesserungen angesichts des intensiven Wettbewerbs im Zahlungsverkehr.

Parallel zu den schwachen Zahlen hatte PayPal bei der US-Einlagensicherung FDIC einen Antrag auf eine Banklizenz eingereicht, um das Kreditgeschäft für kleine Unternehmen auszubauen. In Europa verfügt das Unternehmen bereits über eine entsprechende Lizenz.