Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hat sein Land als Gastgeber für Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Nahostkonflikts angeboten. „Pakistan steht bereit und fühlt sich geehrt, sinnvolle und abschließende Gespräche zu ermöglichen“, schrieb Sharif am Dienstag auf der Plattform X. Zuvor hatte er mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefoniert, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Pakistan welcomes and fully supports ongoing efforts to pursue dialogue to end the WAR in Middle East, in the interest of peace and stability in region and beyond. Subject to concurrence by the US and Iran, Pakistan stands ready and honoured to be the host to facilitate…
— Shehbaz Sharif (@CMShehbaz) March 24, 2026
Laut dem Guardian könnten die Gespräche bereits diese Woche in Islamabad stattfinden, obwohl keine der beiden Seiten bislang formell zugestimmt hat. Pakistanische Quellen nannten US-Vizepräsident JD Vance als wahrscheinlichen Verhandlungsführer der amerikanischen Seite. Die iranische Seite lehne Trumps Nahost-Gesandten Steve Witkoff und dessen Schwiegersohn Jared Kushner als Verhandlungspartner ab – beide hätten durch die gescheiterten Atomgespräche vor dem Krieg jegliches Vertrauen verspielt, so eine iranische Diplomatenquelle gegenüber dem Guardian.
Laut Al Jazeera werden zwei Formate diskutiert: ein Treffen zwischen dem iranischen Außenminister Araghtschi und den US-Gesandten Witkoff und Kushner oder alternativ ein Gespräch zwischen Vance und dem iranischen Parlamentspräsidenten Ghalibaf. Letzterer bezeichnete Trumps Behauptungen über laufende Verhandlungen allerdings als „Fake News“.
Militärischer Druck und fragile Diplomatie
Der Krieg hatte am 28. Februar mit koordinierten US-israelischen Angriffen begonnen, bei denen auch Irans Oberster Führer Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte und Infrastruktur in Golfstaaten. Die Straße von Hormus – über die rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert wird – ist seither weitgehend blockiert. Trump verlängerte sein Ultimatum zur Wiedereröffnung um fünf Tage bis Samstag.
Pakistans Armeechef Asim Munir, den Trump als seinen „Lieblings-Feldmarschall“ bezeichnete, sprach am Sonntag mit dem US-Präsidenten, wie das Weiße Haus bestätigte. Pakistan verfügt über eine seltene Kombination diplomatischer Beziehungen: enge Verbindungen sowohl zu Saudi-Arabien als auch nach Teheran , eine 900 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit dem Iran und die zweitgrößte schiitische Bevölkerung weltweit.
Trita Parsi vom Quincy Institute sagte Al Jazeera, Pakistan sei zwar gut positioniert, der Konflikt müsse aber „reif für Vermittlung“ sein – und das sei noch nicht ganz der Fall. Analyst Mehran Kamrava identifizierte Israel als zentrales Hindernis: „Israel will kein Ende des Krieges und keine US-Verhandlungen mit dem Iran.“ Israels Premier Netanjahu machte am Montag klar, dass israelische Angriffe im Iran ungeachtet etwaiger Gespräche weitergehen würden.


