Ostsee

Neuer Versuch startet: So soll Wal „Timmy“ doch noch gerettet werden

Überraschend soll ein ambitioniertes, privates Vorhaben nun doch den bei Wismar gestrandeten Wal retten. Ein neuer Versuch soll am Freitag starten.

Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll am Freitag ein neuer Rettungsversuch starten.
Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll am Freitag ein neuer Rettungsversuch starten.Marcus Golejeweski/dpa

Die Rettung des vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwals ist am Donnerstag abgebrochen worden. Am Freitag soll die Rettung des seit Wochen gestrandeten Tiers fortgesetzt werden. Die Aktion soll bei Tagesanbruch starten. Nachdem die Vorbereitungen am Donnerstagnachmittag unterbrochen wurden, um dem Tier Ruhe zu gönnen, planen die Organisatoren nun die Wiederaufnahme der Arbeiten, wie eine Sprecherin des Rettungsteams mitteilte.

Hinter der Aktion steht eine private Initiative um Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert. „Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben“, sagte Gunz der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet“.

Kehrtwende für Wal Timmy: Neue Rettungsaktion

Der Plan sieht vor, zunächst den Schlick unter dem Tier wegzuspülen und den Bereich unter den Brustflossen freizulegen. Anschließend sollen Luftkissen unter den Wal gebracht werden, um ihn schonend anzuheben. Eine Plane soll unter das Tier geführt werden, die zwischen zwei Pontons gespannt wird. Ein Schlepper soll die Pontons dann bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik ziehen, wo der Wal freigelassen werden soll.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete das Vorhaben als nach seiner Kenntnis einzigartig in dieser Form. Am Mittwoch hatte er bei einer Pressekonferenz in Schwerin grünes Licht für das Konzept gegeben – eine Kehrtwende, nachdem Experten zuvor erklärt hatten, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden und es sei das Beste, es in Ruhe sterben zu lassen. Zwischendurch wurde auch eine Rettung des Wals mit einem Spezial-Katamaran angedacht. Laut Experten hätte der Wal, den die Medien Timmy tauften, diese Rettungsaktion nicht überlebt.

Backhaus betonte, dass die Verantwortung für die Rettungsaktion vollständig bei den privaten Initiatoren liege – auch in finanzieller Hinsicht.

Am Donnerstag war bereits Ausrüstung an den Einsatzort gebracht worden, und Tierärztinnen hatten den Wal äußerlich untersucht. Der Buckelwal liegt seit dem 31. März in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor der Insel Poel. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beschäftigt sich mit dem Schicksal des Wals. Er wollte sich am Donnerstag in Stralsund mit Experten über das Tier austauschen. Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche im Rahmen der Reihe „Ortszeit Deutschland“ drei Tage lang von Stralsund aus. (mit dpa)