Preisverleihung

Oscar-Verleihung 2026: Alle Gewinner der 98. Academy Awards im Überblick

„One Battle After Another“ räumt bei den Oscars ab – Paul Thomas Andersons Actionthriller erhält sechs Auszeichnungen. Damit triumphiert er über den Vampir-Horrorfilm „Blood & Sinners“.

Das Filmteam feiert den Gewinn des Oscars für den besten Film „One Battle After Another“ auf der Bühne während der 98. Academy Awards im Dolby Theatre in Hollywood.
Das Filmteam feiert den Gewinn des Oscars für den besten Film „One Battle After Another“ auf der Bühne während der 98. Academy Awards im Dolby Theatre in Hollywood.Patrick T. Fallon/AFP

Der satirische Actionthriller „One Battle After Another" von Regisseur Paul Thomas Anderson hat bei der 98. Oscar-Verleihung in Hollywood den Hauptpreis als bester Film gewonnen und insgesamt sechs Auszeichnungen erhalten. Anderson, der im Laufe seiner Karriere bereits 14 Mal nominiert worden war, nahm seinen ersten Oscar sichtlich bewegt entgegen: „Für so etwas lasst Ihr einen Mann ganz schön hart arbeiten“, sagte der 55-Jährige auf der Bühne.

Sein politisch aufgeladener Film mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle erzählt die Geschichte eines Mannes, der einst mit einer Widerstandsgruppe gegen die US-Einwanderungspolizei kämpfte und nun seine Tochter vor einem Extremisten retten muss. Neben dem Hauptpreis gewann der Film die Oscars für das beste adaptierte Drehbuch, den besten Nebendarsteller, den besten Schnitt sowie das beste Casting.

Den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt Sean Penn für seine Darstellung des radikalen Colonel Steven Lockjaw – es war bereits sein dritter Oscar. Der 65-Jährige, der als Hollywoods Rebell gilt, war bei der Gala allerdings nicht persönlich anwesend. Laut der New York Times hielt er sich in Europa auf, wo er die Ukraine besuchen wollte.

„Blood & Sinners“ mit vier Oscars zweiterfolgreichster Film des Abends

Der Vampir-Horrorfilm „Blood & Sinners“ von Regisseur Ryan Coogler, der mit 16 Nominierungen einen Rekord in der Oscar-Geschichte aufgestellt hatte, wurde vier Mal ausgezeichnet. Michael B. Jordan gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Doppelrolle als Zwillingsbrüder, die in den 1930er Jahren vor dem Hintergrund der Rassentrennung gegen übernatürliche Mächte und Rassisten kämpfen. Coogler erhielt den Preis für das beste Originaldrehbuch. Zudem gewann der Film in den Kategorien beste Kamera und beste Filmmusik. Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw wurde damit zur ersten Frau, die einen Oscar für die beste Kamera erhielt. Ludwig Göransson komponierte die prämierte Filmmusik.

Die irische Schauspielerin Jessie Buckley gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Tragödie „Hamnet“, in der sie Agnes, die Ehefrau William Shakespeares, verkörpert, die ihren gemeinsamen Sohn Hamnet an die Pest verliert.

Jessie Buckley Gewinnerin des Preises für die beste Hauptdarstellerin für „Hamnet“, und Michael B. Jordan, Gewinner des Preises für den besten Hauptdarsteller für „Sinners“
Jessie Buckley Gewinnerin des Preises für die beste Hauptdarstellerin für „Hamnet“, und Michael B. Jordan, Gewinner des Preises für den besten Hauptdarsteller für „Sinners“Jordan Strauss/Invision/AP

Zwei deutsche Ko-Produktionen ausgezeichnet

Obwohl es kein rein deutscher Film in die Endauswahl geschafft hatte, konnten sich zwei deutsche Ko-Produktionen über Oscars freuen. Das Familiendrama „Sentimental Value“ des dänisch-norwegischen Regisseurs Joachim Trier wurde als bester internationaler Film ausgezeichnet – der erste norwegische Film, dem diese Ehre zuteilwurde. An der Produktion waren die deutschen Produzenten Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach beteiligt, die 2017 mit ihrer Komödie „Toni Erdmann“ für die Oscars nominiert gewesen waren.

Der dänisch-norwegische Filmregisseur und Drehbuchautor Joachim Trier posiert im Presseraum mit dem Oscar für den besten internationalen Spielfilm für „Sentimental Value“.
Der dänisch-norwegische Filmregisseur und Drehbuchautor Joachim Trier posiert im Presseraum mit dem Oscar für den besten internationalen Spielfilm für „Sentimental Value“.Valerie Macon/AFP

In der Kategorie bester Dokumentarfilm gewann „Mr. Nobody Against Putin“, eine von ZDF und Arte mit produzierte Arbeit des US-Regisseurs David Borenstein. Der Film handelt von einem russischen Lehrer, der sich nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 gegen die staatliche Indoktrinierung stellt. Borenstein nutzte seine Dankesrede für eine politische Botschaft: „Wenn wir uns mitschuldig machen, wenn eine Regierung Menschen auf den Straßen unserer großen Städte ermordet, wenn wir nichts sagen, wenn Oligarchen die Medien übernehmen und kontrollieren, stehen wir alle vor einer moralischen Entscheidung. Aber zum Glück ist selbst ein Niemand mächtiger als du denkst.“

Politische Töne bei der Oscar-Gala

Die von dem früheren Late-Night-Moderator Conan O'Brien moderierte Show war durchzogen von indirekter Kritik an US-Präsident Donald Trump. O'Brien ließ sich auf der Bühne eine Krone aufsetzen und einen Hermelin umhängen – eine Anspielung auf Trumps autoritäres Auftreten. Zudem kommentierte er die Tatsache, dass erstmals seit 2012 kein britischer Schauspieler nominiert war, mit einem fiktiven britischen Zitat: „Naja, aber wenigstens nehmen wir unsere Pädophilen fest“ – ein Seitenhieb auf den Epstein-Skandal.

Der spanische Schauspieler Javier Bardem forderte bei einer Anmoderation „Nein zum Krieg“ im Nahen Osten und rief dazu auf, „Palästina zu befreien“. (mit AFP)

Liste der Gewinnertitel der 98. Oscar-Verleihung:
  • Bester Film: One Battle After Another
  • Beste Regie: Paul Thomas Anderson (One Battle After Another)
  • Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan (Sinners)
  • Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley (Hamnet)
  • Bester Nebendarsteller: Sean Penn (One Battle After Another)
  • Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan (Weapons)
  • Bestes Originaldrehbuch: Sinners (Ryan Coogler)
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: One Battle After Another (Paul Thomas Anderson)
  • Bester internationaler Film: Sentimental Value
  • Bester Animationsfilm: KPop Demon Hunters
  • Bester Dokumentarfilm: Mr Nobody Against Putin
  • Bester Dokumentar-Kurzfilm: All the Empty Rooms
  • Bester Kurzfilm (Live Action): The Singers / Two People Exchanging Saliva (gemeinsam)
  • Bester animierter Kurzfilm: The Girl Who Cried Pearls
  • Beste Kamera: Sinners (Autumn Durald Arkapaw)
  • Bester Schnitt: One Battle After Another
  • Bestes Szenenbild: Frankenstein
  • Bestes Kostümdesign: Frankenstein (Kate Hawley)
  • Bestes Make-up und Hairstyling: Frankenstein
  • Beste visuelle Effekte: Avatar: Fire and Ash
  • Beste Filmmusik: Sinners (Ludwig Göransson)
  • Bester Ton: F1
  • Bestes Casting: One Battle After Another (Cassandra Kulukundis)