Drei chinesische Schiffe haben nach Angaben des chinesischen Außenministeriums die Straße von Hormus passiert. „Wir danken den beteiligten Parteien für ihre Unterstützung“, erklärte Ministeriumssprecherin Mao Ning laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.
Am Vortag hatten laut Reuters zwei chinesische Containerschiffe des Konzerns Cosco die Meerenge durchquert, nachdem sie am Freitag bei einem ersten Versuch wieder umgekehrt waren. Neben iranischen Schiffen handelte es sich um „die ersten Containerschiffe, die seit Beginn des Konflikts den Persischen Golf verlassen haben“, erklärte Rebecca Gerdes, Datenanalystin bei Kpler, dem Bericht zufolge.
Öltanker vor Dubai in Brand
Eine iranische Parlamentskommission billigte unterdessen Pläne für die Einführung von Mautgebühren in der Meerenge. Die Gebühren sollen in der Landeswährung Rial erhoben werden, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Montag laut AFP unter Berufung auf ein Mitglied der Sicherheitskommission des Parlaments in Teheran. Vorgesehen sei zudem ein Durchfahrtsverbot für die USA, Israel und weitere Länder, die den Iran sanktionieren.
Die Lage für die Schifffahrt in der Region bleibt jedoch weiterhin instabil. Am Dienstag traf eine iranische Drohne einen voll beladenen kuwaitischen Öltanker vor Dubai, wie Bloomberg berichtet. Nach Angaben der Behörden in Dubai konnte der resultierende Brand unter Kontrolle gebracht werden, die 24 Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.
Das Schiff war auf dem Weg nach China und transportierte 1,2 Millionen Barrel saudisches Rohöl und 800.000 Barrel kuwaitisches Rohöl, berichtete Reuters unter Berufung auf LSEG-Daten und den Überwachungsdienst TankerTrackers.com. Der Öltanker war möglicherweise nicht das eigentliche Ziel. Die iranischen Revolutionsgarden gaben laut Reuters an an, ein Containerschiff im Golf angegriffen zu haben, da es Verbindungen zu Israel habe.
Straße von Hormus blockiert: Trump drohte mit Angriffen
Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll US-Präsident Donald Trump bereit sein, den militärischen Konflikt mit dem Iran auch dann zu beenden, wenn die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet wird. Regierungsvertreter sagten der Zeitung, Washington nehme in Kauf, dass Teheran die Kontrolle über die wichtige Handelsroute vorerst behält.
Trump hatte zuvor gedroht, Energie- und Entsalzungsanlagen des Iran anzugreifen, sollte nicht zeitnah eine Einigung über die Öffnung der Straße von Hormus erzielt werden. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte gegenüber dem Sender Fox News am Montag, die USA würden „im Laufe der Zeit die Kontrolle über die Meerenge zurückgewinnen“. Die Freiheit der Schifffahrt solle entweder über US-amerikanische Eskorten oder eine multinationale Eskorte gesichert werden. (mit AFP)

