Öl-Transport

Ölexporte in die Türkei: Irakische Regierung und kurdische Behörden erzielen Einigung

Die irakische Regierung einigt sich mit kurdischen Behörden über die Nutzung einer Pipeline. Bald sollen so wieder Ölexporte zum türkischen Hafen Ceyhan möglich sein.

Eine Ölanlage im Irak
Eine Ölanlage im IrakIsmael Adnan Yaqoob/Anadolu Agency/imago

Die irakische Regierung und die kurdische Regionalregierung (KRG) haben sich auf eine Wiederaufnahme der Ölexporte zum türkischen Hafen Ceyhan geeinigt. Die Lieferungen könnten bereits ab Mittwoch wieder fließen, wie der irakische Ölminister laut der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte.

Der Ministerpräsident der KRG, Masrour Barzani, begründete die Einigung auf der Plattform X mit den „außergewöhnlichen Umständen“, mit denen das Land konfrontiert sei. Man werde den Rohölexport über die kurdische Pipeline so schnell wie möglich ermöglichen, hieß es.

Ölproduktion im Irak eingebrochen

Durch den Iran-Krieg ist die strategisch wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert. Als Folge ist die Ölproduktion aus den südlichen Hauptfördergebieten des Irak, über die normalerweise der Großteil des Rohöls exportiert wird, um 70 Prozent auf nur noch 1,3 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen, erklärten Quellen Anfang März gegenüber Reuters. Die kurdische Pipeline in die Türkei gewinnt damit als alternative Exportroute an Gewicht.

Das irakische Ölministerium hatte die KRG laut Reuters Anfang März in  um Erlaubnis gebeten, mindestens 100.000 Barrel pro Tag aus den Kirkuk-Ölfeldern über das kurdische Pipelinenetz nach Ceyhan zu transportieren. Die kurdischen Behörden lehnten dies zunächst ab und warfen Bagdad vor, Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme im Ölsektor nicht gelöst zu haben. Die zentrale Regierung wiederum beschuldigte die KRG, willkürliche Bedingungen zu stellen.

Barzani sagte nun auf X, dass die Gespräche mit Bagdad fortgesetzt würden, um Handelsbeschränkungen für die Region aufzuheben und Öl- und Gasunternehmen die nötigen Garantien für eine sichere Wiederaufnahme der Produktion zu geben. Er dankte zudem den USA für ihre Vermittlerrolle.

Für Spannungen sorgt Reuters zufolge dtwa ein neues elektronisches Zollsystem, das die irakische Regierung einführen will. Damit könnte Bagdad Importe und Einnahmen der Region überwachen – ein Schritt, den die KRG als Eingriff in ihre Autonomie und Kontrolle über den Handel betrachtet.